Im schwarzen Rössl ist die Runde Zwei für Franz Antels Stoff von der Erbin einer Hotelbruchbude. Die Prämisse ist klar. Das Kino kriselt, der Heimatfilm soll nun mehr sein als Händchenhalten unter Tannenwipfeln, wenn es dieses Klischee überhaupt jemals wirklich gab. Die Idylle durchbricht Franz Antel im Falle von Im schwarzen Rössl, indem er ein Nummerngirl (Karin Dor) und einige Schlagerstars an den Wolfgangsee holt. Von exzessivem Rock’n'Roll keine Spur, gibt den musischen Jüngling doch der gerade noch schwiegermuttertaugliche Peter Kraus.
Es ist ein redliches Bemühen um das verschmelzen von flotter Musik, hauchzarter Frivolität und einem Heimatlustspiel nach Schema F. Während übliche Verwechslungen und kleine Neckereien nicht so wirklich hervorragen, bezaubern Im schwarzen Rössl die an sich so wunderbare Karin Dor nebst Trude Herr nicht so keck wie Heidi Hansen und Jutta Speidel in der dritten Auflage Außer Rand und Band am Wolfgangsee.
Während die musikalische Stärke sicher Geschmackssache ist, fällt Im schwarzen Rössl vor allem durch die seichte Beobachtung der Gesellschaft auf. Nach dem Wirtschaftswunder ist es nun an der Zeit, die kargen Möglichkeiten des Hotels auf die Opfer des Wohlstandes umzumünzen. Kaltes Wasser macht den Teint frisch. Abgespeckt wird Im schwarzen Rössl mit der Apfeldiät. Harte Betten und Bewegung bei der Mitarbeit am Hotel richten den geschundenen Bonzen-Body wieder her.
Tja, aber diese Nummer mit den konkurrierenden Betrieben und einer abschließenden Veranstaltung, wo nochmal ein paar schmissige Titel dargeboten werden, die gibts halt schon länger. Antels Im schwarzen Rössl ist ein ganz vorsichtiges Vortasten in neue Gefilde. Ein Übergangsfilm, den man heute vielleicht nicht mehr für so wichtig nimmt, wie er für seine Zeit tatsächlich gewesen sein könnte.