Er begann seine Karriere mit zwei Sequels zu "Freitag der 13." und überhaupt war das Genre Horror immer die Königsdisziplin von Regisseur Steve Miner (House, Lake Placid). Auch mit dieser recht populären sieben Millionen Dollar Produktion bewies Miner sein Gespür für soliden Horror, allerdings hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Waren die Effekte für damals gut, so sind sie heute teilweise schon lächerlich, besonders die CGI-gestützten Feuerschweife wenn Warlock zaubert, oder gar wenn der angehende Sohn Satans sehr holprig durch die Lüfte fliegt. Dennoch hat "Warlock - Satans Sohn" noch einen gewissen Charme, aber das knapp vier Jahre später entstandene Sequel hat deutlich mehr Pepp.
Der Hexenjäger Giles Redferne (Richard E. Grant) konnte den Hexer Warlock (Julian Sands) im Jahr 1689 dingfest machen, doch der kann mit Hilfe des Leibhaftigen ins Jahr 1989 fliehen. Auch Redferne geht durch die Zeit und tut sich mit der aufdringlichen Kassandra (Lori Singer) zusammen. Warlock muss drei Teile einer Bibel finden, die zusammengefügt den wahren Namen Gottes preisgeben. Liest er diesen rückwärts geht Gottes gesamte Schöpfung zu Grunde, dies wäre das Ende für die Menschheit. Redferne und Kassandra müssen ihn aufhalten.
Es ist der altbekannte Kampf von Gut gegen Böse, etwas aufgepeppt durch den großen Zeitsprung. Während sich Warlock im Jahr 1989 sehr gut zurecht findet, so hat Redferne große Probleme. Dennoch gelingt es ihm mit Hilfe eines so genannten Hexenkompass, Warlock auf den Fersen zu bleiben. Kassandra ist quasi gezwungen Redferne zu helfen, denn sie wurde von Warlock mit einem Fluch belegt und altert pro Tag zwanzig Jahre. Auch etwas unaufdringlicher Humor findet im Geschehen Platz, denn Redferne und die ständig nörgelnde Kassandra verstehen sich nicht auf Anhieb, doch dass sich daraus noch eine Romanze entwickelt, dürfte auch der unerfahrene Zuschauer schnell wissen.
Allerdings ist die Jagd auf Warlock nicht durchgehend temporeich und spannend. Zwischendurch gibt es immer mal wieder kleinere Durchhänger und insgesamt bleibt "Warlock - Satans Sohn" recht harmlos. Die aufregendste Sequenz dürfte schon das Abtrennen eines kleinen Fingers sein, ansonsten hält sich Miner mit blutigen Einlagen komplett zurück. Die wenigen Konfrontationen zwischen Redferne und Warlock sorgen dann für die nötige Würze und ein paar gelungene Actionszenen.
Während Redferne zwar ein paar kleine Zaubertricks und einige Waffen gegen Warlock in der Tasche hat, so währt sich dieser mit seiner Hexenkraft. Um fliegen zu können, ermordet er sogar einen Jungen, dies wird aber nur erwähnt und ist nicht zu sehen. Die Effekte sind heute schon hoffnungslos veraltet, wenn auch nicht übel. Dennoch gefällt es fast besser, wenn Redferne und Warlock sich auf altmodische Weise gegenseitig verprügeln. Optisch kann man Miner jedenfalls keinen Vorwurf machen, denn sein Film ist durchaus auf damaligem Kinoniveau, der gute Score stammt von Jerry Goldsmith.
Mit Julian Sands (Arachnophobia, Gothic) hat man jedenfalls den richtigen Kandidaten gefunden, der Warlock schön bösartig und auch hämisch verkörpern kann. Deswegen durfte Sands auch im Sequel wieder ran. Richard E. Grants (Bram Stoker´s Dracula, Hudson Hawk) Darbietung hingegen ist weniger gelungen, Lori Singer (Footloose, Organiac) sorgt mit ihrer aufgeregten Art zumindest für ein paar Schmunzler.
Es kommt zwar selten vor, aber das Sequel von Anthony Hickox hat eindeutig die Nase vorn, denn das Original läuft mit angezogener Handbremse. Spektakulär oder richtig spannend wird "Warlock - Satans Sohn" nie, die Effekte lassen etwas zu wünschen übrig und Gore findet man gar nicht. Aber Julian Sands spielt toll und unterhaltsam ist diese altmodische Chose auf jeden Fall.