Schon vor etlichen Jahren las ich in der Cinema das sich der unbekannte (und spätere TV-Regisseur) Bob Keherr an einer Parodie versucht, deren Name schon alles sagt: „Plump Fiction“.
Erst jetzt, viel später, kam ich in den zweifelhaften Genuss dieses Films – das lange Warten hat sich ebenso wenig gelohnt wie die Produktion des vorliegenden Werkes, welches eine Beleidigung für das Auge darstellt.
„Pulp Fiction“ von Quentin Tarantino ist meiner Meinung nach einer der besten Filme aller Zeiten, eine Parodie dieses Films ist naturgemäß eine sehr problematische Angelegenheit. Vor allem da Tarantinos Meisterwerk geschickt die eigene Trivialität ironisiert.
Es überrascht mich keineswegs, dass das Endergebnis in jeder Hinsicht erbärmlich ausgefallen ist. Fast kein guter Gag, schlechte schauspielerische Leistungen und eine lieblos abgespulte Handlung fügen sich gemeinsam mit der sehr einfachen Machart zu einem niveaulosen Gesamtbild und hinterlassen eigentlich nur negative Eindrücke.
Die musikalische Untermalung ist unspektakulär, wenn auch teilweise gelungen und das Drehbuch hat nicht eine nennenswerte Idee vorzuweisen. Zugegeben, es handelt sich um ein sehr schweres Projekt, aber hier hat man sich ganz klar um einige Klassen übernommen.
Neben „Pulp Fiction“ werden auch einige Szenen aus „Natural Born Killers“ oder auch „Reservoir Dogs“ parodiert, diese machen einen noch erbärmlicheren Eindruck als der Rest. Hauptsächlich konzentriert man sich auf die (zu keinem Zeitpunkt gelungene) Verarschung des einen Films.
Der Humor ist sehr albern und vergleichbar mit Nonsens-Werken wie „Hot Shots“, „Die Nackte Kanone“ oder „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“. Die Klasse der genannten Filme erreicht der Totalausfall „Plump Fiction“ nie und ist im Prinzip niemandem zu empfehlen.
Geistreiche Insider-Gags sucht der Fan genauso vergeblich wie brauchbare Dialoge oder zumindest den Ansatz von Spontaneität, jede Situation wird unsäglich überspitzt und völlig vorhersehbar ins Lächerliche gezogen. Eine Existenzberechtigung hat der Film meiner Meinung nach nicht, höchstens um glasklar zu zeigen wie eine Parodie eben nicht aussehen sollte.
Der Unterhaltungswert ist dementsprechend niedrig, der Handlungsverlauf ist zäh und so stellt es eine echte Leistung dar „Plump Fiction“ bis zum bitteren Ende zu verfolgen. Jennifer Coolidge (z.B. „American Pie 1-3“ oder „Date Movie“) ist übrigens in einer ihrer ersten Rollen zu sehen und bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Zumindest kann ihre Rolle den Film nicht aufwerten.
Fazit: Fans dürfte speiübel werden angesichts dieses unlustigen Machwerkes. Völlig zu Recht blieb dieser Film weitesgehend ungesehen.
01 / 10