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Besonders die Japaner sind für ihre Tabubrüche in Sachen Sex und Gewalt berüchtigt, doch in diesem Fahrwasser schwimmen auch einige vermeintliche Aufreger, wie etwa vorliegendes Werk von Kazuo 'Gaira' Komizu, welches zum vollen Verständnis japanische Sprachkenntnisse benötigt und auch dann nicht mehr liefert, als schmierigen Softsex und einen gesichtslosen Killer.

Nach einem Fotoshooting verschlängt es das Team während der Rückreise in ein leer stehendes Gebäude, wo neben Alkohol und grobem Sex auch ein Killer mitspielt...

Beim Editing muss jemand überreife Tomaten auf den Augen gehabt haben, denn nur so lässt sich die merkwürdige Szenenabfolge innerhalb der ersten zwanzig Minuten erklären.
Wir folgen zwar hauptsächlich dem langweiligen Fototermin unter freiem Himmel mit kitschigem Regenbogenimitat, doch dazwischen wird ein namenloses Paar beim Nacktkuscheln eingeführt, was natürlich erst einmal Fragen aufwirft.

Als schließlich die Nebelmaschine bemüht wird und die fünfköpfige Truppe im Haus strandet, kristallisiert sich endgültig heraus, worauf der Schwerpunkt der Geschichte gelegt wird: Frauenfeindlicher Sex und ein Minimum an Gewalt.
In dieser Hinsicht sind die Japaner im Allgemeinen jedoch so prüde, dass vorsichtshalber alle expliziten Regionen unscharf gestellt sind, so dass außer entblößten Oberweiten nichts zum Vorschein kommt, während ein erigierter Eumel deutlich als Plastikteil erkennbar ist.

Sonderlich reizvoll sind die so genannten Erotikszenen leider nicht geworden, auch wenn die Damen durch die Bank ansehnlich sind. Ein paar Stellungen sind zwar einigermaßen einfallsreich ausgefallen und im Zusammenhang mit den dreckigen Räumlichkeiten wird eine latent morbide Stimmung geschürt, doch weder die spartanische Musikuntermalung, noch die ausbleibenden Charakterzeichnungen ermöglichen überhaupt ein Interesse an der Situation.

Auch als der Killer nach ewiger Wartezeit auf den Plan tritt, ändert sich die Marschrichtung kaum, da trotz abgetrennten Kopfes munter weiter gedönert wird. Entsprechend harmlos fallen die wenigen Gewaltszenen aus, zumal es über weite Teile zu dunkel ist und neben einem abgetrennten Arm und herausgezogener Darmschlinge nichts Erwähnenswertes zu erhaschen ist. Der Killer selbst spricht mit tiefer gelegter Stimme und trägt eine Teilmaske, doch außer Sex, Gewalt und Abgang des jeweiligen Opfers hat der nichts weiter im Sinn.

So kann man das 71-Minuten-Stück nur mit Mühe überstehen, denn über weite Teile wird lahmarschiger Softsex geboten, welcher weder vom Hocker haut, noch in irgendeiner Form provoziert. Der Rest der dünnen Handlung hätte auch für einen Kurzfilm gereicht, doch auch hierfür fehlt es in allen Belangen an Substanz. Ein unnötiges Stück Film.
2 von 10

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