Spätestens seit Ende der Sechziger, als eine gewisse Rosemary und ihr Baby mit Satanisten in Kontakt kamen, ist es Brauch, Schwangere zum Teufel zu jagen. Oder der Leibhaftige kommt zu ihnen, wie in dem Okkult-Grusler von Juan Piquer Simón und Carlos Puerto.
Ana und Andres sind mit dem Auto unterwegs, als ein paar zweimal neben ihnen an der Ampel hält, woraufhin Fahrer Bruno behauptet, Andres aus der Schulzeit zu kennen. Kurzum landet das Paar im Landsitz von Bruno und Berta, wo es nach einer Séance zu merkwürdigen Vorfällen kommt…
Okkultes wurde in den Siebzigern oftmals noch reichlich naiv vorgetragen, heutzutage werden Regeln bei der Nutzung eines Hexenbrettes bereits vorausgesetzt, während seinerzeit noch alles haarklein erklärt wurde. Erklärt werden indes nur wenige der obskuren Verhaltensweisen des Satanistenpaares, welches gerne mal rohes Fleisch verschlingt und nicht weiß, was fremde Leute in und um ihr Haus herum so alles treiben.
Beinahe ärgerlich ist indes, wie gutmütig, naiv und beinahe weltfremd Ana und Andres das bizarre Treiben im Landhaus hinnehmen, ohne über eine eventuelle Abreise nachzudenken.
Ein kräftiges Gewitter in der Nacht hat schon so manches Anwesen in ein anderes Licht gerückt, was auch hier recht gut funktioniert, als Ana nachts merkwürdigen Geräuschen nachgeht und ihren Schäferhund vor der Haustür wähnt. Natürlich laufen die Damen überwiegend nackt herum oder sind mit einem luftigen Bademantel bekleidet, welcher nach bestimmten Moves wie durch Zauberhände erneut den nackten Körper entblößt.
Deutlich gewollter kommt eine Gruppensexszene daher, die sich natürlich auf einem Pentagram abspielt und hinsichtlich der männlichen Anwesenheit zumindest nicht ekelig anmutet.
Ansonsten ist vieles sleazy, manches aber auch lazy, denn allzu viel ereignet sich bis zum Showdown nicht und auch die paranormalen Erscheinungen halten sich in Grenzen, während Gewaltakte fast gar nicht auszumachen sind.
An Spezialeffekten gibt es eine blau gefärbte Flamme und Rauch über eine Szenerie gelegt, also nichts, was sonderlich viel Aufwand vermuten lässt. Ebenfalls ohne sonderlichen Aufwand performen die Mimen, die mit spärlicher Mimik gerade noch so authentisch durchgehen, wobei der Hund am besten performt.
Der finale Akt mit einigen surrealen Anleihen und bizarren Szenerien läuft schließlich völlig aus dem Ruder, was auf atmosphärischer Ebene sogar positiv zu vermerken ist. Ansatzweise ergeben die Abläufe sogar ein wenig Sinn, obgleich das Geschehen allenfalls minimal spannend anmutet. Wer ein Faible für etwas nackte Haut, Okkultismus und ein paar Geheimniskrämereien hat und auf Schmierstreifen der Siebziger steht, könnte mal reinschauen.
5,5 von 10