In den 70ern gab es gefühlt mehr Katastrophenfilme über Flugzeugabstürze als sich selbige überhaupt in der Realität ereigneten. An Erfolge wie „Airport“ vermag der TV-Film von Serienregisseur Barry Shear jedoch kaum anzuknüpfen, zumal er einen dramaturgisch ungünstigen Weg einschlägt.
Dezember 1972: Der Flug 401 von New York nach Miami der Eastern Airlines sollte eigentlich Routine für die erfahrene Crew im Cockpit sein. Doch als Teile der Informationstafel ausfallen, ist es bereits zu spät und die Maschine stürzt über dem Sumpfgebiet der Everglades ab…
Regisseur Shear schildert die Ereignisse nicht linear. Bereits nach acht Minuten wird der Absturz mit teils drastischen Bildern aus den Innenräumen bebildert, erst dann springt man drei Tage zurück, um eine Handvoll der Passagiere, der Crew und Carl Tobais (William Shatner), einem Sicherheitsinspektor einzuführen. Leider läuft diese Phase im Eilverfahren und auf Seifenopernniveau ab: Beziehungsprobleme, ein Geschäftsmann am Abgrund, eine schwangere Frau mit Zukunftsängsten und eine Stewardess mit düsteren Vorahnungen fallen nur bedingt interessant aus.
Später kommt man zwar noch einmal kurz auf den Absturz zurück, doch der eigentliche Fokus liegt auf den Bergungsarbeiten im nächtlichen Sumpfgebiet. Obgleich die Maschine vom Radar verschwand, waren rasch diverse Einsatzkräfte vor Ort und zwei Rednecks, die dort ursprünglich Frösche für den Eigenverzehr fangen wollten, werden zum Glücksfall für einige Überlebende. Allerdings gestaltet sich auch diesbezüglich kaum eine Aktion dramatisch, erst als jemand aus einem Gewirr von Kabeln befreit werden muss, wird es ansatzweise spannend.
Zudem ist die Umgebung recht schwach ausgeleuchtet, Teile des Wracks lassen sich nur erahnen und eventuelle Bedrohungen wie Alligatoren bleiben komplett fern. Immerhin versucht man noch mithilfe des genannten Technikers die Ursache für den Absturz, basierend auf wahren Begebenheiten zu rekonstruieren, wobei die „Bonzen“ natürlich immer versuchen, eventuelle technische Defizite weit von sich zu schieben.
Obgleich die geballte Starpower ausbleibt, finden sich neben Shatner („Raumschiff Enterprise“), noch bekannte Gesichter außerhalb damaliger Fernsehserien: Adrienne Barbeau („The Fog“) gibt eine geduldige Stewardess, während Lorraine Gary („Der weiße Hai“) als weniger geduldige Ehefrau fungiert. Bezeichnenderweise sticht niemand der Mimen in irgendeiner Form heraus, was wiederum auf die schwach gezeichneten, weitgehend oberflächlich ausgearbeiteten Charaktere zurückzuführen ist.
Somit bildet „Flug 401“ mithilfe eines Off-Erzählers einen teils dokumentarisch anmutenden Streifen, der inszenatorische Routine, jedoch wenig Spannung und Dramatik liefert.
5,5 von 10