Gefühlt kamen in keinem Jahrzehnt so viele Billigfilme an die Oberfläche wie in den 80ern. Sex und Gewalt war jedoch nicht nur in den USA angesagt, speziell in Japan entstanden zu dieser Zeit einige auffallend kranke Machwerke wie etwa die Reihe um „Guinea Pig“. Als Teil einer Trilogie verstand sich der Streifen des Regisseurs Gaira, welcher ohne die ausgedehnten Vergewaltigungsszenen und Softsexversuche sogar das Zeug zu unterhaltsamen Trash gehabt hätte.
Yoshimi wird von Mitgliedern der Yakuza vergewaltigt und unter Drogen gesetzt. Zwar gelingt ihr die Flucht zu einem Krankenhaus, doch die Ärztin Hiromi kann ihren Todessprung nicht verhindern. Mit vagen Informationen durch Yoshimi will sie sich an den Kriminellen rächen…
Lange Zeit, und der Streifen läuft nur 69 Minuten, wirkt er wie ein minimalistisch aufgezogener Thriller mit viel nackter Haut, wobei primäre Geschlechtsorgane bei japanischen Produktionen generell nicht gezeigt werden. Folgerichtig wird ein Blowjob per Schattenspiel bebildert, in dem sich die Dame irgendetwas Gummiartiges in den Mund friemelt. Erotisch ist hier ohnehin nichts, zumal sich eingefleischte Horrorfreunde eher nach einer anderen Gangart sehnen, die erst im letzten Drittel bedient wird.
Mit ordentlichen Schnitten und nachvollziehbarer Kontinuität hat man es ohnehin nicht und so wundert es fast schon nicht mehr, dass letztlich und ohne Vorwarnung ein klassisch anmutendes Monster die Bühne betritt, um den Gangstern ordentlich einzuheizen. Das Besondere an dem ist nicht nur die bluttriefende Erscheinung mit zwei völlig versetzten Augen, sondern die Tatsache eines Penis, an dessen Ende amphibienartige Zähne sind.
Dass der in irgendeiner Form auch zum Einsatz kommt, muss kaum erwähnt werden.
Ansonsten ist es mit dem Splattergehalt nicht weit her. So blutet etwa jemand infolge eines Messerstiches, obgleich die Klinge nicht einmal das T-Shirt durchtrennt. Anbei wird ein Körper zerhackstückt, woraufhin ein paar Latexgliedmaßen umherfliegen und es gibt einen eingedötschten Schädel. Auch dieser Effekt ist durchschaubar, da der überdimensional lange Oberkörper des Opfers vermuten lässt, dass der eigentliche Kopf unterm Pullover versteckt wird.
Dazugehörig sind die Darstellerleistungen mehrheitlich schlecht, da sich einige dem hemmungslosen Overacting hingeben, während der Score offenbar per Zufallsprinzip untergelegt wurde, da er nur selten zur entsprechenden Stimmung passt.
Die Geschichte selbst ergibt überdies kaum Sinn, doch immerhin ist neben den ganzen Nackedeis noch so etwas wie eine Handlung erkennbar. Eine, die mit mehr Monstergedöns und blutigen Tatsachen wahrscheinlich besser unterhalten hätte.
3,5 von 10