Nicht Auflegen! ist eigentlich ein mittelmäßiger Thriller, dem man keine größere Betrachtung schenken sollte. Ansehen und vergessen. Die Schauspieler sind mittelmäßig, die Story mies und der konfuse Schnitt nur peinlich, nervig und überflüssig.
Dieser Film hat aber eine ganz besondere Bedeutung für die aktuellen Umstände in Amerika und ist beispielgebend für die Propaganda und Informationseindämmung der Bush-Regierung. Nicht Auflegen! ist im Grunde ein Remake von "Liberty stands still". Remake? Das ist doch eine Neuverfilmung von einem alten Streifen, oder? Nicht immer, denn "Liberty stands still ist erst 2001 erschienen - eigentlich zu früh für ein Remake ... aber nicht, wenn man die Idee des Films um jeden Preis kommerziell vermarkten will, ohne ein brisantes Thema öffentlich zu machen. Der Telefonerpresser (in LSS von Wesley Snipes hervorragend gespielt) möchte dort erwirken, dass die dunklen Machenschaften der Waffenlobby aufgedeckt werden, weil seine eigene Tochter in der Schule erschossen wurde und das nur, weil in Amerika jeder das Recht darauf hat, eine Waffe zu tragen. In Phone Booth geht es nur darum einem Mediendussel zu zeigen, wie unglücklich er eigentlich ist. Der Hintergrund wurde also völlig entschärft und durch ein belangloses Thema ersetzt. Phone Booth endet mit einem Standard Hollywood-HappyEnd, der Vorhang geht zu und der Zuschauer vergisst den Film schon während des Rausgehens. Ja, Phone Booth lief im Kino und das sogar recht erfolgreich - wurde ja auch massig in den Medien beworben. Von Liberty stands still habe ich nur durch Zufall beim Sat1 Frühstücksfernsehen erfahren - DVD Tipp des Tages. Er kam nie ins Kino. Die amerikanische Bevölkerung soll bloß keine kritischen Gedanken gegenüber ihrem Land bekommen; welche Folgen das hat zeigt Michael Moores "Bowling for Columbine".
Ich kann nur an den gesunden Menschenverstand jedes Filmfreundes appellieren und euch raten, diesen Mist nicht zu unterstützen und das Original von 2001 anzuschauen.