"Jetzt will ich aber zwischendurch mal was anderes spielen!" jammerte der Akte-X-Star nach der erneuten Vertragsunterzeichnung und wurde gar prompt beliefert mit einem Skript, das gerade kontrovers genug war, um ihn völlig aus den Socken fahren zu lassen.
Einen drogensüchtigen Arzt, dem die Aprobation wegen tödlichem Kunstfehler entzogen worden war, und der zum Leibflicker eines Gangsters wird, sollte er spielen. Das war fein. Oder klang zumindest so!
Dumm nur, daß David Duchovny weder wie ein Arzt aussieht, noch einen spielen kann. Und noch dümmer, daß er als Drogensüchtiger noch schlechter ist. Eh schon mit einem gemütlichen Hundeblick gesegnet, wirkt er hier allenfalls so betroffen und selbstzerstörerisch, als hätte er nur mal eine Nacht durcharbeiten müssen. Die Mimik bleibt stets unbewegt und mehr verlangt die Rolle auch nicht. Genausowenig fühlen wir irgendwie mit ihm, ein derart fader Charakter kann uns mal herzlich egal sein.
Noch viel alberner der Plot, der irgendwie von einem Schmuggler mit Majestätskomplex oder weitreichendem Ego handelt, der mit Russen und Chinesen Geschäfte macht, sie dauernd vor den Kopf stößt und zeitweise auch mal umlegt. Das lassen die sich natürlich nicht gefallen und so wird ständig jemand umgepustet oder zumindest schwer angeschossen, damit Fox Mulder weiter in der Handlung bleiben darf.
Im Hintergrund turnt dann auch noch Angelina Jolie rum, da mal taufrisch und mal ausgemergelt und mal wieder aufgepumpt aussieht und wenig zu tun hat. Als dann alle Nebenfiguren endlich erschossen sind, konzentriert sich das Geschehen lächerlicherweise auf einen Zwei-Männer-Kampf um Angelina, der in einem vollkommen wirren Höhepunkt mit Shootout gipfelt, bis sich der Kreis nach einem noch dümmeren Showdown auf einem Highway schließt.
Besonders unerträglich an dieser Produktion ist der wirklich magenverdrehende Off-Komment Duchovnys, der seine Geschichte überflüssigerweise noch erklärt, mit stumpfen Metaphern versieht, moralisch verbrämt und im Stile alter Film-Noir mit coolen Anstrich versieht. Leider geht das voll ins Höschen, denn der Versuch ist ebenso peinlich wie überflüssig. Das Schicksal teilt er jedoch mit dem ganzen Film, der zwar einige kurze, harte Einschübe aufweist und auch mit Blut nicht spart, aber sonst unpassend zusammengestückelt wirkt. Auf die fehlende Chemie zwischen Duchovny und Jolie brauchen wir hier gar nicht mehr hinzuweisen, es wird sich eh an Massees Klischeemonologen aufgegeilt.
"Playind God" ist definitiv für die Tonne, wer sich da noch an den blutigen Shootouts festhält, hat wohl seine qualitativen Präferenzen in Jean-Claudes bewährte Hände gelegt. Hier stimmt gar nichts, außer der gepflegten Langeweile, die fast ständig entsteht, wenn jemand den Mund aufmacht. Tut mir leid, Mr.Duchovny, da hat Miss Anderson die denkbar bessere Rollenwahl getroffen. Aber die hat ja auch mehr als zwei Gesichtsausdrücke. (3/10)