Review

Als das Genre des Slashers Mitte der Neunziger ein kleines Revival erlebte, ermöglichte es zumindest den Durchbruch einiger Damen wie Jennifer Love Hewitt oder Sarah Michelle Gellar, die gemeinsam für "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" vor der Kamera standen. So etwas ist heutzutage kaum mehr denkbar, zumal die Ansprüche an die Darsteller mittlerweile verschwindend gering sind und auch die kaum markanten Figuren des vorliegenden Streifens eignen sich nur bedingt zum Mitfiebern.

Als Student Billy versucht, die etwa gleichaltrige Annie zu vergewaltigen, wird er in einen Raum gesperrt, in welchem kurz darauf ein Feuer ausbricht und Billy ums Leben kommt.
Drei Jahre später wird an der Schule wieder ein feierlicher Abschluss eingeläutet, bei dessen Vorbereitungen ein Killer in Feuerwehrmannmontur mitmischt...

Klassischer könnte ein Slasher kaum aufgebaut sein, da er sich durch und durch den typischen Merkmalen widmet: Eine Vorgeschichte mit einer Gruppe Jugendlicher, die einen psychisch gestörten Menschen zum Racheakt inspirieren, ein Handlungsumfeld wie bei "Prom Night", ein Final Girl mit moralischen Ambitionen und ein unbekannter Killer, der als Tatwaffe etwas nutzt, das unmittelbar mit dem ursprünglichen Ereignis zusammenhängt, was in diesem Fall einen Siegesstab aus Metal darstellt.

Zwar wird zuweilen etwas zu lange um den heißen Brei herum geredet und es gibt ein paar Fülldialoge zuviel, doch spätestens ab Mitte des Geschehens schlägt der Feuerwehrmann regelmäßig zu, was auch die klassischen Elemente des kurzfristigen Weglaufens, Versteckens und halbgarer Gegenwehr einschließt. Abseits der Abschlussfeier kommt es gar zu kleinen atmosphärischen Momenten und auch das Miträtseln um die Identität des Übeltäters fällt passabel aus, da immer wieder falsche Fährten gelegt werden, die im Endeffekt nicht allzu viele Logiklöcher mit sich bringen.

Bei alledem fallen die Gewalteinlagen moderat aus, jedoch sind diese handgemacht und implizieren ein durchbohrtes Auge, einen Kehlenschnitt, als auch Metallstange durch Hals und Brust, während ein Zerquetschen eher im Off stattfindet. Darstellerisch tanzen ein paar Nebenfiguren ein wenig negativ aus der Reihe, während die wesentlichen Mimen solide performen. Optisch bleibt die Inszenierung eher unauffällig, was sich jedoch nicht negativ auswirkt, sondern eher den klassisch gehaltenen Stil untermauert, welchem sich auch der Score fügt.

Viel Aufwand wurde beim Budget von rund drei Millionen Dollar natürlich nicht betrieben und Regieneuling Brian C. Weed wird mit seinem Werk auch nicht das Genre revolutionieren, doch Fans desselbigen könnten ein paar angenehme Momente mit einigen Abläufen erleben, denn unterm Strich fühlt man sich unweigerlich an einige Genreklassiker erinnert.
Knapp
6 von 10

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