Review

Ein neues Jahr – ein neuer Warlock!
Nun soll es Bruce Payne, der uns schon „Passagier 57“ mit seiner Fieslingsvisage veredelte richten. Die Haare sind nicht ganz so lang wie die von Julian Sands, dafür jedoch hat der Film einen Bart wie Methusalem...

Verlieren wir also mal schnell einen Satz über dreisten Etikettenschwindel: „Das Geisterschloß“ heißt dieser dritte Teil in Deutschland und es soll bitte niemanden irritieren, daß hier weit und breit kein Schloß in Sicht ist, allerhöchstens ein verfallenes Gemäuer namens Miller-Haus, was dann wohl das Produkt umreißt, was beim Drehbuchschreiben am meisten geflossen sein dürfte.

Warlock (der Titel kommt im fertigen Film gar nicht vor) ist hier wieder der hexenjagende Butzemann, der es auf eine Schwarzblütige abgesehen hat, bzw. auf deren Kind. Selbiges schickt die Gute jedoch in die Zukunft und damit sich niemand dieses fade Etwas anschauen muß, gebe ich diesen Clou mal vorweg.

Töchterlein geht’s bärig gut in der Zukunft und alle ihre Studienfreunde haben Mietzimmer auf demselben Flur. Während sie ihren Freund poppt, klampft ein Verklemmter nebenan einen tristen Darm, ein Zimmer weiter praktizieren zwei fröhliche Nihilisten SM-Sex oder das, was Teenhorrorfilmer sich darunter vorstellen und eine Wikka-Jüngerin sitzt auch noch auf dem Flur.
Allein diese Auswahl läßt Böses erhoffen und das Schlimmste passiert: ein schnarchiger Teenieslasher beginnt. Der fiese Warlock ist natürlich mit von der Partie und obwohl unsere Heldin Visionen hat, bleibt sie mit ihren Freunden vor Ort. Eigentlich sollte man ja nur Verwertbares aus der Bruchbude bergen (nur gibt es da nichts, nicht mal Putz an den Wänden), aber man bleibt dann aus unerfindlichen Gründen doch noch länger und länger, bis endlich alle anderen tot sind.

Wer auf derbe Effekte und schwarzhumorige Ideen (siehe die ersten zwei Warlock-Teile) steht, wird hier enttäuscht: es geht effekttechnisch zwar ein wenig zur Sache, aber die Ideen sind alle aus den anderen Filmen geklaut. Gore gibt’s auch nur rudimentär und Payne steht so beherrscht teilnahmslos in der Gegend rum, als hinge er am Tranquilizer-Tropf. Die Jungmimen sind wie üblich scheiße gesichtslos und das Ende ist ein Ärgernis der besonderen Art, wenn die Heldin (?) nicht einmal mehr einen Gedanken an die toten Freunde verschwendet, aber die haben sie ja auch alle verleugnet, aufgegeben oder wollten eh nur an ihr rummachen.

Leider ist die bevorzugte Reaktion auf diesen Film Langeweile, nicht mal mysteriös oder actionreich kommt er rüber, Atmo fällt auch flach, wenn man mal einen anderen Geisterfilm gesehen hat. Daß Geister hier übrigens auch keine Rolle spielen (höchstens Visionen) brauche ich wohl kaum zu erwähnen. Nach den mehr als passablen ersten zwei Teilen mache ich jetzt hier den Sargdeckel zu. Affe tot? Gut! (2/10)

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