Zum dritten Mal darf der psychopathische Stiefvater wüten, dieses Mal aber mit anderem Hauptdarsteller.
Jedoch findet „Stepfather III“ sogar eine Erklärung dafür: Nach erneuter, diesmal nicht gezeigter Flucht aus der Psychiatrie sucht der Familienmörder einen Spezialisten auf, der ihm ein neues Gesicht verpasst. Nach Genesung schickt Jerry Blake auch diesen über den Jordan, doch während der ganzen Prozedur sieht man nie das neue Gesicht des Killers, was dem Film zumindest anfangs ein gewisses Überraschungspotential beschert.
Einige Monate später: neuer Ort, neues Glück. Die zu umwerbende Familie ist schnell gefunden, nämlich Christine Davis (Priscilla Barnes) mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Sohn Andy (David Tom). Dieser kann jedoch aus psychosomatischen Gründen nicht laufen, wäre rein physisch aber in der Lage dazu. Wer ist jedoch Jerry Blake? Denn „Stepfather III“ zeigt zwei Kandidaten: Der ruhigen Keith Grant (Robert Wrightman) und Christines Ex-Freund Mark Wraynal (Stephen Mendel). Beide zeigen Verhaltensweisen, die man von Jerry Blake kennt, wodurch „Stepfather III“ ein wenig mit dem Zuschauer spielt.
Doch es kommt zur Konfrontation der beiden, Jerry drischt dem Kontrahenten den Schädel ein und ehelicht Christine. Doch bei dieser Familie muss er fast sofort feststellen, dass seine Wertvorstellungen hier nicht so ganz ankommen...
Eines muss man „Stepfather III“ lassen: Er kann der Idee tatsächlich noch etwas Neues abgewinnen. Nachdem Teil eins zeigte wie Jerry seiner Familie nach längerer Zeit überdrüssig wurde und sich Teil zwei mit der Suche nach einer neuen Sippschaft beschäftigte, so zeigt Teil drei die Zeit um eine geglückte Heirat. Natürlich ist klar, dass auch hier nicht alles glatt laufen darf, sonst hätte Stiefpapi ja keinen Grund auszurasten, aber Regisseur Guy Magar variiert das Rezept der Vorgänger hinreichend, sodass kein einfallsloses Plagiat herauskommt.
An die Spannung des ersten Teils kommt man leider nicht heran, da man ähnlich wie Teil zwei mehr auf die Faszination des mordenden Stiefvaters setzt und sich mehr in klassischen Slashergefilden bewegt. Viel schneller schöpft hier das Kind Verdacht, viel schneller verkracht sich Jerry mit der Familie, ein Hinbiegen der Situation nach Jerrys Wünschen scheint schnell ausgeschlossen. Interessant ist das Einbringen einer zweiten Single-Mutter, in der Jerry dann die bessere Alternative sieht. Zwar treibt dies seinen Impuls seine Familie abschlachten zu wollen als simple Motivation an, sorgt aber für Spannungspotential, wenn Jerry Familie A umsorgt, obwohl er eigentlich zu Familie B gehört – zuvor hatte der Stiefvater ja nur nach neuen Familien gesucht, wenn er die alte umgebracht hatte.
Jedoch ist „Stepfather III“ entschlossener als der zweite Teil und setzt dann mehr auf den Slasher-Aspekt: Es wird etwas mehr gemeuchelt und die Mordszenen sind etwas kreativer, wenn eine Harke oder gar eine Häckselmaschine zweckentfremdet werden. Hinzu reißt der Stepfather hier noch mehr Sprüche und doppeldeutige Kommentare, womit man sich zwar in flachere Gefilde begibt, aber so liefert „Stepfather III“ mehr Schauwerte beim Verzicht auf die Atmosphäre des ersten Teils. Guy Magar zieht den Film dann aber mit dem nötigen Tempo vom Leder, Mordszenen und Spannungspassagen kommen mit der notwendigen Frequenz, um „Stepfather III“ über seine 105 Minuten zu tragen, wenngleich man an den ersten Teil nicht herankommt.
Robert Wrightman und Stephen Mendel kommen als Kandidaten für Jerry Blakes neue Identität in Frage, der eine scheidet schnell aus dem Film aus, der andere tritt ganz solide in Terry O’Quinns Fußstapfen ohne diesem das Wasser reichen zu können. Doch er kann ähnlich gut zwischen friedlich und psychopathisch umschalten und macht einen ordentlichen Job. Priscilla Barnes und David Tom als neue Familie sind OK, aber können wenig Akzente setzen, ähnlich ist es mit dem Rest der Nebendarsteller.
„Stepfather III“ ist ein oberflächlichere, aber temporeiche Fortsetzung, die zwar nicht so spannend wie der erste Teil ist, aber konsequent Thriller- und Slasherelemente zu einem ganz unterhaltsamen Melange ohne zu große Längen, aber auch ohne große Innovationen vermengt.