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Der irre „Stepfather“ hat das Ende von Teil 2 überlebt, doch lässt er sich jetzt komplett umoperieren, um nicht erkannt zu werden. Nachdem er nun eine völlig neue Identität hat, sucht er sich eine neue Familie. Unter dem Namen Keith Grant verliebt er sich in Christine Davis, welche einen Sohn namens Andy hat, welcher an den Rollstuhl gefesselt ist. Als sie schließlich heiraten, scheint alles gut zu sein, doch seine Wutausbrüche und Opfer lassen nicht lange auf such warten.

Auch im dritten und letzten Teil der Stepfather Trilogie (wenn man das aktuelle Remake mal ausklammert) sucht Daddy in spe mal wieder eine unbescholtene vaterlose Familie heim um seinen Traum von der ultimativen all american Vorzeigefamilienidylle auszuleben, was natürlich erwartungsgemäß wieder nicht wunschgemäß funktioniert. Diesmal gibt sich allerdings nicht Terry O´Quinn die Ehre, sondern er wird von Robert Wightman ersetzt. Leider besitzt Wightman bei weitem nicht die Klasse wie sein Vorgänger, so daß die Übergangsphase vom Sugardaddy zum mordendenPsychopathen etwas arg ruckartig und psychologisch nicht ganz nachvollziehbar von statten geht. Das hat der erste Teil wesentlich atmosphärischer hinbekommen. Zudem hat Wightman maximal das Charisma eines eingeweichten Brötchens, was zwar auch vom Drehbuch teilweise beabsichtigt war, sonderlich überzeugend fand ich ihn dabei allerdings nicht. Immerhin gibt sich der Film Mühe den Darstellerwechsel sinnvoll durch die chirurgische Gesichtsreformation zu erklären, muß man bei Sequels ja auch mal lobend erwähnen.
Die Story ist ziemlich ähnlich wie bei den beiden Vorgängern, nachdem eine neue Familie zum liebhaben und später ausschlachten gefunden wurde, gibts ein mißtrauisches Kid (hier ein sehr lästiger Sohn im Möchtegerndetektivmodus, der zwar gut schauspielert aber in seiner Rolle doch etwas nervig ist) das Verdacht schöpft und schließlich den Serienmörder enttarnen kann, denn dieser ist schon wieder eine Familie weiter und plant bereits die Entsorgung der aktuellen Sippschaft. Allerdings ist der Ablauf dabei psycholisch weniger dicht und auch die recht lange Anlaufphase hat einige Längen zu bieten, auch wenn sie gelegentlich durch ziemlich blutige Morde "aufgelockert" wird, es wird zumindest recht unkoordiniert zwischen Melodram und Gesuppe geswitched.
Im relativ langen Showdown gehts dafür wieder gewohnt spannend in einem Gewächshaus zur Sache, so daß man insgesamt immer noch von einem akzeptablen Sequel sprechen kann. Was ich dem Scriptautor allerdings persönlich übel nehme ist, das er der Versuchung nicht widerstehen konnte und der arme Rollstuhlbub plötzlich wieder laufen kann, als seine Mutti in höchster Gefahr ist, sorry aber da klingelt bei mir die Klischeealarmsirene. Streng genommen war der Stepfather nämlich eigentlich das beste was dieser Familie passieren konnte, denn der vorherige, aggresive Ex-Freund ist nun tot und Blondibalg kann wieder laufen, lief doch eigentlich alles super. Bleibt am Ende ein mittelmäßiger Horror Thriller, dem es allerdings über weite Strecken an der nötigen Intensität fehlt.
5/10

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