Der böse Stiefvater entkommt wieder einmal aus einer Anstalt und lässt sich von einem illegalen Chirurgen ein neues Gesicht verpassen. Danach zieht er in ein Vorstädtchen, ganz so wie es der Namenlose (hier mal als Keith Grant) in den vorangegangenen Teilen auch schon mochte. Bald schon gründet er mit der allein stehenden Christine und ihrem Sohn Andy eine Familie. Doch der kleine Hobbydetektiv Andy misstraut seinem neuen Stiefvater und stellt Nachforschungen an. Als Keith noch eine weitere Frau mit Sohn kennen lernt, treibt er gar ein doppeltes Spiel, was natürlich nicht lange gut geht. Regisseur Guy Magar orientiert sich mit dem Familienkonstrukt eher am ersten Teil, Kind ist misstrauisch und dessen Vertrauensperson bald tot. Die Darstellung des Stiefvaters wiederum ist etwas eigener gestaltet, Robert "John Boy Walton" Wightman (solide, aber leider mit mieser Synchro) spielt hier den von allen Frauen in der Vorstadt begehrten Junggesellen, der sich in seinem Doppelleben nicht gerade traditionsbewußt gibt. Ebenso ist die völlig beherrschte, zurückhaltende Art eines Terry O'Quinn mit seinen heftigen Gewaltausbrüchen zu einem durchtriebenen Serienkiller geworden, der weniger nur besessen vom Familienglück als auch selbstbewußter Charmeur ist. Das dies nun grundsätzlich negativ ist, stimmt allerdings nicht, "Stepfather 3" weiss durchaus in einigen Momenten zu gefallen, auch wenn der Weg bis zum Altar mitunter mit einigen langweiligen Liebesszenen gestreckt wurde. Die Schauspieler sind in Ordnung und die Kamera von Alan Caso weist zwischendrin einige tolle Blickwinkel auf. Nicht zu vergessen die SFX: die sind erstaunlich blutig ausgefallen, die technische Umsetzung der Morde ist zudem noch gekonnt. Außerdem kann die anfängliche Gesichtsoperation sehr überzeugen und sorgt für einen fesselnden Auftakt mit einschneidenden Bildern. Ansonsten ist vieles beim Alten geblieben, funktioniert aber besser als der Vorgänger. Wenn man nichts neues erwartet oder eine große Story braucht, ist dieser Film nette Kost für zwischendurch, der wenige Gewaltausbrüche und dafür mehr Blut präsentiert. An die Atmosphäre des Originals kommt das alles nicht annähernd heran, denn als spannender Thriller ist der Aufbau zu konventionell und teils auch vorhersehbar.
Fazit: Mittelmäßiges Sequel halt, das blutiger, aber nicht spannender ist. Weniger Psychodad als das Original, dafür eher ein passabler Horrorfilm. 5/10 Punkten