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"Euer ganzes Leben hängt an der Einheit."

"Halo 4: Forward Unto Dawn" entstand als 5-teilige Webserie und wurde erst später zu einem zusammenhängenden Film montiert. Bei diesem bemerkt man dann auch die leicht holprigen Übergänge des einstigen Episodenformates. Dennoch funktioniert die filmische Ergänzung zur Spielereihe überaus gut und erweist sich als sehr vorlagengetreu.

Bereits seit vielen Jahren kolonisieren die Menschen fremde Planeten zur Ausbreitung ihrer eigenen Spezies. Doch zahlreiche Aufständische haben der Regierung längst den Krieg erklärt und führen einen erbitterten Bürgerkrieg gegen die Soldaten des United Nations Space Command.
Rekrut Thomas Lasky (Tom Green) ist in der Corbulo Militärakademie nicht sonderlich erfolgreich. Ständig hinterfragt er Befehle und zweifelt an seiner eigenen Leistungsfähigkeit. Mit der Zeit setzt er sich aber gegen rivalisierende Kameraden durch und baut eine Liebesbeziehung zu Chyler Silva (Anna Popplewell) auf. Einen Angriff auf die Akademie durch außerirdische Streitkräfte überleben nur wenige Rekruten, die nicht einmal Zugriff auf scharfe Waffen haben. Der Master Chief kommt Thomas, Chyler und weiteren Überlebenden zu Hilfe, um sie zu evakuieren.

Das Videospiel "Halo" war im Jahre 2001 vor allem für ein Konsolenspiel eine spielerische Offenbarung. Es eröffnete ganz neue Möglichkeiten im Steuerungs- und Mehrspielerbereich und punktete mit einem einzigartigen Setting. Somit ist es kein Wunder, dass sich einige Fortsetzung bildeten und die Science-Fiction-Ego-Shooter-Reihe zu einem Markenzeichen für Microsoft's Xbox-Konsolen wurde.

"Halo 4: Forward Unto Dawn" ist eine Ergänzung zum vierten Teil der Spielereihe, die vor allem bei Kennern des Spiels gut ankommen dürfte. Durch seine Nähe zum Spiel, ist ein enormer Wiedererkennungswert geboten, ebenso beim Design der Kostüme und der Außerirdischen. Bis das Publikum mit seinem Helden mitfiebern darf, muss es sich aber zunächst gedulden. Denn der Einstieg in den Film ist sicher ein wenig anders, als zunächst erwartet.

Die überschaubare Geschichte um Rekruten in einer Militärakademie erinnert an ein Militärdrama statt einen Science-Fiction-Actionfilm. In der ersten Hälfte widmet sich "Halo 4: Forward Unto Dawn" überwiegend seiner Hauptfigur und kritisiert durch sie die Befehlskette im Militär. Ohne große Überraschungen folgt diese diversen Übungseinsätzen und versucht den alltäglichen Ereignissen auf ihre Art zu meistern. Dabei greift der Film einige Klischees auf und bietet erst einmal nichts Neues.

Bei den Übungseinsätzen ist die Kamera stets nahe an den Darstellern und bietet eher verwackelte Eindrücke. Hier spürt man das eingeschränkte Budget. Erst später öffnet sich die Kameraführung für größere Bildflächen, die dann auch größere Actionszenen zulässt.
Durchgehend fallen die sehr guten digitalen Effekte auf. Die Bilder sind detailreich und stilistisch futuristisch. Ein sehr passendes Design zur kalten Kulisse.

In der zweiten Hälfte werden die Bilder nochmals eindrucksvoller und "Halo 4: Forward Unto Dawn" begibt sich auf den Weg zu einem Science-Fiction-Kriegsfilm, der "Starship Troopers" ein wenig ähnelt, ohne dessen ausufernde Gewalt zu übernehmen. Trotzdem ist er kompromisslos und opfert handlungsrelevante Figuren. Somit kann auch die Spannungskurve überzeugen.
Der dazu aufbrausende Soundtrack und die stimmungsvollen Soundeffekte sorgen zu den Bildern für eine dicke Atmosphäre. Dennoch könnte der Film epischer sein.

Mit Anna Popplewell ("Die Chroniken von Narnia"-Reihe) findet sich ein bekanntes Gesicht mit von der Partie, während die restlichen Darsteller eher unbekannt sind. Aber auch diese schaffen es überzeugend zu wirken und das frische Gesicht von Tom Green macht die apokalyptischen Umstände ein wenig direkter fühlbar.

"Halo 4: Forward Unto Dawn" bietet sicher nichts Neues im Genre, ist aber eine ordentlich umgesetzte Erweiterung des "Halo"-Universums. Die Handlung ist besonders in der ersten Hälfte sehr generisch, dafür stimmen die Effekte und die Atmosphäre durchgehend. Darstellerisch gibt es keine Höhen, sie sind aber funktional eingesetzt. Besonders durch den hohen Wiedererkennungswert ist "Halo 4: Forward Unto Dawn" eine sinnvolle Ergänzung für Fans der Videospielreihe. Knappe ...

7 / 10

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