Eine gewisse Aufmerksamkeit erlangte Regisseur Steven R. Monroe durch seine Neuverfilmung von "I Spit on Your Grave" und der dazugehörigen Fortsetzung, während er sich dazwischen gerne mal diversen Katastrophenfilmen hingab. Sein neues Weltuntergangsszenario ist demgegenüber äußerst humorvoll ausgefallen, denn das lenkt mit viel Augenzwinkern von der eigentlich banalen Geschichte ab.
Owen und Steven arbeiten in einem Videoladen in einem Provinznest und sind die kompletten Freaks, was phantastische Filme angeht. Als es eines Tages zu elektrostatischen Aufladungen kommt und ihr halbes Umfeld in Trümmern liegt, versuchen sie gemeinsam mit der Ingenieurin Selena den in einer Anstalt lebenden Wissenschaftler Doc Brown (Brad Dourif) zu kontaktieren...
Der von Syfy vertriebene Streifen fackelt nicht lange und gibt nahezu vom ersten Moment an Vollgas. Die Nerds sind rasch etabliert, denn innerhalb der ersten Minuten werden gleich zwei Dutzend Filmtitel aus dem Ärmel geschüttelt, was von "Knowing" über "Armageddon" bis zu "Krieg der Welten" reicht. Als die ersten Blitze auf die Erde treffen, zögern die beiden nicht lange und präsentieren den in der Videothek anwesenden Leuten ihr Überlebenslager, was neben einer Autobatterie auch Rucksäcke für eine eventuelle Alien-Invasion oder Pandemien beinhaltet.
Das Buddy-Gespann macht insofern Laune, als dass jede noch so prekäre Situation anhand von Filmbeispielen gelöst werden kann. Sätze wie "Könntest du den Mund halten, wenn ich an einer Atombombe bastle" gehören ebenso zum ironischen Grundton wie der unvermittelte Abgang einiger Randfiguren.
Demgegenüber fallen die Effekte eher zweckdienlich aus, zumal es leider nicht allzu viele davon gibt. Hellblaue Kugelblitze, welche wie Meteoriteneinschläge aussehen, sollen augenscheinlich die elektrostatischen Ladungen darstellen, hinzu kommt eine gut inszenierte Explosion eines Fahrzeugs, das Plätten einiger Areale sieht zwar nicht so überzeugend aus, doch gegen Ende, als es nochmal so richtig hanebüchen wird, vermögen einige Animationen der Endlösung zu überzeugen.
Ansonsten gibt es neben der Handvoll Gutmenschen natürlich auch noch einen Querschläger, eine interstellare Welle muss vor Ablauf eines Countdowns abgewendet werden und natürlich reichen ein paar Videospiele aus, um eine Propellermaschine zu steuern, während eine US-Air-Force-Rakete mit schlichtem Wissen aus dem Internet programmiert werden kann.
Dazwischen müssen Wärter einer Anstalt ausgetrickst werden, ein Bunker dient als Schaltzentrale fürs Finale und zur Not dienen einfache Fahrräder einem Heldenpaar, welches nicht zur Tat schreitet, bevor bestimmte Rituale synchron getätigt werden.
Leider lässt das letzte Drittel in Sachen Humor und Abwechslung ein wenig nach und das Geschehen folgt eher typischen Mechanismen eines Katastrophenszenarios, was schließlich auch einige Schwachstellen des schlichten Drehbuches offen legt.
Doch anderweitig beschert der Streifen schlicht gute Laune, sämtliche Mimen sind mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache, während der Score latent ordentlich antreibt.
Gewiss hätte die Chose im Gesamtbild noch ein wenig mehr Action vertragen können, doch wer von dem üblichen Trash auf Syfy solide unterhalten wird, sollte diesem erst recht eine Sichtung einräumen.
Knapp
7 von 10