Bei manchen Teenie-Slashern bekommt man gar nicht so recht mit, dass sie überhaupt einen darstellen sollen, da es an einigen dafür vorgesehenen Zutaten mangelt.
Insofern könnte man diesen Streifen vielleicht eher als unausgegorene Crossover Mischung betrachten, die dem geneigten Betrachter eine Mixtur aus „Wrong Turn“ und „Needful Things“ beschert.
Das ist zwar fast nie wirklich langweilig, in Anbetracht solider Grundideen hingegen enttäuschend fade ausgearbeitet.
Denn, wenn sich fünf Teens zu einer Rave-Party aufmachen, lässt sich bereits erahnen, dass allenfalls eine Figur überleben dürfte. Nur, durch wen oder was werden sie dahinsiechen?
Der Klassiker in Form eines unkaputtbaren und vermummten Einzeltäters wird hier nicht geboten, vielmehr ist eine Kleinstadt im Bann einer Teufelssekte, die sich mit Blutopfern ewiges Leben erhofft. Unsere Fünf befinden sich halt zur falschen Zeit am falschen Ort.
Das beginnt mit einem Flyer und lässt die Vernünftige, ihren sportlichen Typen, zwei Drogen-Heinis und eine nymphomanische Zicke ein wenig Spaß auf dem Land haben. Doch nach einer kleinen Prügelei sucht man das Weite und überfährt auf der nächtlichen Landstraße fast eine junge Frau, die blutüberströmt und geistesabwesend auf dem Asphalt auftaucht.
Kurzerhand nimmt man die Fremde mit, doch wird alsbald von einem Van attackiert, woraufhin die Fahrt nach Überschlag ihres Wagens im Feld endet. Eine Gruppe vermummter Kapuzenfiguren erscheint und hetzt die Teens fortan durchs Wäldle, doch auch mit der scheinbar rettenden Ankunft im nahe gelegenen Örtchen findet der Terror kein Ende.
Wie oft musste man schon dieses ausgekaute „Du kannst davon laufen, aber du kannst dich nicht verstecken“ innerhalb einer langen Filmgeschichte hinnehmen. Das wirft man mal so eben ins Geschehen, weil man sich eventuell an einem markanten Spruch hochziehen könnte, doch den im Allgemeinen sinnentleerten Dialogen bringt das am Rande gar nichts.
Zu Beginn nur Tanz, Titten und Drogen, aber null Charakterisierung, - da kann man allenfalls die Schablonen auf Klischees untersuchen und wird rasch auf die potenzielle Heldin stoßen, während einem der Rest trotz erheblicher Vorlaufzeit komplett egal ist.
Wobei das ja durchaus Spannung erzeugt, wenn sich eine vermummte Gestalt im nächtlichen Geäst annähert und zunächst mit glaubhafter Gegenwehr agiert wird oder man sich in einer verlassenen Hütte verschanzt und zu Sofortmaßnahmen bereit ist, sobald Schritte auf dem Dach zu hören sind. Diese Passagen sind drehbuchtechnisch einfach gestrickt, sorgen aber für die ansprechendsten Momente, da immerhin ein wenig gekämpft, geknüppelt und weggelaufen wird.
Doch sobald man im scheinbar rettenden Dorf eintrifft und einen Priester, sowie den Sheriff kontaktiert, verläuft der Rest komplett vorhersehbar und ohne Überraschungen ab.
Gekappte Telefonleitungen, eine überaus freundlich grinsende Bedienung im Diner und ein starrender Typ in einer Autowerkstatt setzen hierfür einfach zu deutliche Vorzeichen.
Der Rest setzt dann mehr auf das Treiben der Satanssekte, gefesselte Frauenopfer, die mit einem Messer malträtiert werden und das sich liebende Oberhaupt-Paar im Schnittwechsel inklusive.
Aber nichts für Splatterfans, im Gegenteil: Ein brachialer Kopfschuss und das müde Herumritzen mit einem Messer an einem Frauenkörper, an dem kaum Wunden offenbart werden, bilden die einzig blutigen Szenen.
Auch wenn der Score noch so kräftig und melodiös nach vorne preschen möchte, die im päpstlichen Ostersonntag-Tonus ausgesprochenen Satansverse bilden eher einen peinlichen Höhepunkt einer Düster-Seance, die nichts mit einem fulminanten Showdown zu tun hat.
Da folgt zwar noch eine Explosion und ein zynischer Abschlussgag, doch Vorangegangenes konnte bei alledem weitaus mehr Interesse entfachen, - als die Sache noch nicht so eindeutig und vorhersehbar erschien und vermummte Gestalten unsere Teens einfach nur durchs Nachtgrün jagten.
Darstellerische Qualitäten vermisst man hier ohnehin, Sätze wie „auch Mord aus Notwehr ist strafbar“ bilden nur die Spitze des unausgegorenen Dialogwerkes und am Ende bringt es das Script nicht auf ein angemessenes Mitfiebern mit den verbliebenen Figuren.
Zu wenig Blut, zu wenig Drive und vor allem in jeder Hinsicht zu vorhersehbar.
Schade um die guten Ansätze.
4,5 von 10