Satans Sohn Warlock (Julian Sands) will mit sechs magischen Steinen das Ende der Welt heraufbeschwören. Nur zwei jugendliche Druidenkrieger können den Fiesling jetzt noch aufhalten. Das Problem ist nur, dass die noch nichts von ihren Fähigkeiten wissen. Da haben jetzt die Eltern alle Hände voll zu tun, um ihre Sprößlinge auf den großen Kampf vorzubereiten. Denn sie kennen sich mit Zauberei und schwarzer Magie bestens aus. Viel Zeit bleibt ihnen allerdings nicht...
Als dieser Film damals auf Video herauskam, war ich doch ziemlich überrascht von den recht splattrigen Effekten, die außerdem noch mit einer satten Portion bösem Sarkasmus serviert werden. Überraschend war das vor allem deshalb, weil die deutsche Fassung nicht nur ungekürzt, sondern sogar länger als die US-Version war. Die deutschsprachige Horror-Gemeinde war überwiegend begeistert und einige Fan-Magazine (wie das österreichische BAD TASTE-Fanzine) feierten den Film richtig ab.
Nun ja, als ich mir den Film einige Jahre später nochmal ansah, war ich doch eher ernüchtert und folglich ließ ich die DVD-VÖ dann auch links liegen. Aber irgendwie hatte ich nun doch wieder Bock auf den Film und so musste die DVD von Atlantis schnell her, denn die enthält noch die (unkaschierte) Vollbild-Abtastung in 1,33:1, wie es sich für eine Videopremiere aus den 90ern gehört. Die DVD bietet (via Untertitel-Spur) noch die Option, den Film auf 1,78:1 zu kaschieren, was natürlich ziemlicher Kappes ist, denn davon wird das Bild schließlich auch nicht anamorph, nur kleiner. Mir reicht jedenfalls die Atlantis-DVD, die übrigens eine recht ordentliche (wenn auch nicht überragende) Bildqualität hat.
Aber zurück zum Film...
In Punkto Splatter und Härte kann "Warlock: The Armageddon" nun wahrlich keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Nach heutigen Maßstäben ist der Film sogar relativ harmlos und die Neuprüfung auf FSK 16 nur folgerichtig. Spaß macht das Ganze aber meines Erachtens trotzdem noch, wenn auch unter einem gewissen Trash-Aspekt. Die visuellen Effekte hatte ich zum Beispiel gar nicht mehr so billig in Erinnerung... oO ...das ist ja Trash vom Feinsten, auch nach damaligem Standard! ^^ Dafür können sich die schleimig-blutigen Kreationen aus Bob Keens Make Up-Werkstatt durchaus sehen lassen.
Schauspielerisch wird zum Teil richtig Overacting betrieben, allerdings auf eine sehr charmante Art. Man merkt auch, dass Anthony Hickox das Ganze nie allzu ernst nahm und inszenierte seinen Film entsprechend. Hickox' Markenzeichen, ungewöhnliche Blickwinkel und andere nette Kamera-Spielereien, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Alles in allem gefällt mir dieses Sequel deutlich besser als der Erstling "Warlock - Satans Sohn" (von Steve Miner), weil er mMn einfach temporeicher und kurzweiliger ist.
Unter den Darstellern tummeln sich der alte Haudegen R.G. Armstrong und Bruce Glover, den man wohl am ehesten als Mr. Wint aus "Diamantenfieber" kennt. Hier spielt er den abgeklärten, aber sympathischen Reverend Ted Ellison, der Konflikte mit dem Bösen lieber mit der Schrotflinte löst, als mit Beten. In kurzen Gastauftritten geben sich Zach Galligan ("Gremlins 1 & 2") und der kleinwüchsige Mihaly 'Michu' Meszaros (der kleine Giftzwerg aus "Waxwork") die Ehre.
Julian Sands schlüpft zum zweiten Mal in die Rolle des Warlock, der eine echt fiese Sau ist. Sands kostet diese Rolle auch richtig schön aus, sehr zur Freude des Zuschauers. Die beiden jungen Helden des Films bleiben dagegen etwas blass, was aber eigentlich nicht weiter ins Gewicht fällt und spätestens im trashigen Finale sogar für Amüsement sorgt, wenn "Onkel Warlock" den beiden Jungspund-Zauberern die Hölle heiß macht. Nee, passt schon!
Das ist schon irgendwie komisch, wenn man mit Filmen wie "Warlock - Satans Sohn" und "Warlock: The Armageddon" aufgewachsen ist. Sachen wie "Harry Potter" oder die ganzen Superhelden-Filme ala MARVEL und Co. kommen einem da durchaus in den Sinn. Aus heutiger Sicht wirkt "Warlock: The Armageddon" fast wie eine billige und antiquierte Version von besagten Fantasy-Epen, die heutzutage im großen Stil von den Studios in die Kinos gebracht werden. Doch wo mich der routinierte Bombast der großen Blockbuster-Produktionen meist nur noch ermüdet und abtörnt, erscheint mir ein Film wie "Warlock: The Armageddon" mit seinem frechen Trash-Charme geradezu wie Balsam. Mir macht er jedenfalls (wieder) Spaß - und das mehr als zuvor!
7/10 Trash-Fun