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In der von Anthony Hickox inszenierten Fortsetzung zu dem Fantasystreifen von 1989 wird der titelgebende Hexer wiedergeboren und macht sich auf die Suche nach ein paar bunten Steinen, um seinem teuflischen Vater den Zutritt zu dieser Welt zu verschaffen. Ihm in den Weg stellen sich verschiedene Generationen von Abkömmlingen der Druiden, die schon anno dazumal ähnliches Unheil abgewendet haben.
Mit seiner Geschichte, die auch vom Vorgänger losgelöst funktioniert, gewinnt „Warlock: The Armageddon“ keinen Blumentopf. Weder inhaltlich, noch wie diese präsentiert wird. Das Konstrukt ist teils krude sowie sprunghaft und dabei wenig mitreißend montiert. Und dennoch hat der Streifen so seine Momente. Insbesondere unter Beteiligung von Julian Sands, der wieder in die Titelrolle schlüpft. Überhaupt ist er der beste Grund, um sich dieses Sequel anzusehen. Sands weiß Präsenz und Artikulation einzusetzen, da kann der Rest vom Ensemble mit seinen Darbietungen zwischen annehmbar und unbeholfen nicht mithalten.

Auch die visuellen Effekte glänzen meist nicht. Dabei bietet der Streifen einige kreative Ideen, das muss man ihm zugutehalten. Es hapert nur an der Umsetzung. Stattdessen darf man den beiden sprechenden Kleiderständern Kenny und Sam zuschauen, sowas wie einen Richard E. Grant hat die Fortsetzung einfach nicht zu bieten.
Das Budget war nicht sonderlich umfangreich und so mag man nachsichtig sein. Dafür ist der Blondschopf auch mal für einen Scherz zu haben, schwarz wie seine Klamotten. Ernst nehmen kann man den Streifen eh nicht, das würde ihm ob seiner „Qualitäten“ dann doch das Genick brechen.
Die Schwächen im Skript kann man damit aber nicht wegdiskutieren. Manche Dialoge und Figuren sind schlichtweg doof, das Heldenpaar ist blass wie der Vollmond und die Trainingsszenen dieses Luke Skywalker für Arme können nicht schnell genug vorbei sein. Dafür bemüht sich Hickox im Vergleich zum Vorgänger um mehr Tempo und generell bietet „The Armageddon“ immer wieder etwas Remmidemmi, mutet aber auch wie eine hin und her springende Clipshow an.

„Definitely Picasso."

„The Armageddon“ ist eine holprig inszenierte und mit schwachen visuellen FX ausgestattete Fortsetzung, die aber dennoch ihre Reize hat. Das liegt an der (zu seltenen) praktischen Effektarbeit, dem okayen Tempo und den eingebrachten Ideen – die wiederum nicht immer hübsch umgesetzt sind. Und es liegt an Julian Sands, der in der Hauptrolle einen guten Job macht und dafür sorgt, dass man mit dieser Fortsetzung eine kurzweilige Zeit haben kann. Bei der richtigen Erwartungshaltung irgendwie unterhaltsam.

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