Review

Als Stunt Coordinator leistete Art Camacho einiges, als Regisseur sieht seine Filmographie leider eher unrühmlich aus und auch „Redemption“ ist alles andere als ein Glanzlicht.
John Sato Collins (Don ’The Dragon’ Wilson) und Tom Sasso (Richard Norton) sitzen in ihrem Eiswagen und verkaufen selbiges – diese harten Kerle als Eisverkäufer? Ist natürlich nur Tarnung, in Wahrheit observieren sie einen Drogendeal und gehören zu einer Spezialeinheit der Polizei. Leider wird ihr Undercoveragent abgestochen und die Gangster entkommen, da John unerfindlicherweise befiehlt mit dem Eingreifen abzuwarten bis es den Spitzel erwischt.
Das macht für den Zuschauer wenig Sinn und die Kollegen sauer. Beim nächsten Einsatz erwischt es dann auch noch Teammitglied Erin Murphy (Cynthia Rothrock), diesmal gar ohne Johns verschulden. Das wollen die Kollegen aber nicht wahrhaben, also schiebt man ihm die Misere in die Schuhe und er wird gefeuert. Natürlich kommt nun das übliche Programm aus Reue, Sauferei und Im-Auto-Pennen, kennt man aus zig anderen Filmen und ist auch ohne einen Funken Innovation umgesetzt.

Da John Moneten heranschaffen muss und keinen Job findet, heuert er als Kurier bei der lokalen Gangstergröße Tony Leggio (Chris Penn) an. Das bringt ihn nicht nur in den Konflikt mit der eigenen Moral, sondern auch mit ehemaligen Kollegen und anderen Gangsterbanden...
Rein von der Besetzung her kann sich „Redemption“ durchaus sehen lassen. Selbst in kleineren Rollen turnen bekannte Gesichter wie Steven Vincent Leigh, Sam Jones und Eric Lee herum, wenngleich keiner von ihnen groß gefordert ist. Solide ist Richard Norton, unterfordert und ein wenig verschwendet hingegen Cynthia Rothrock. Don ’The Dragon’ Wilson schafft es leider nicht die Versuche von Charaktertiefe richtig herüberzubringen, da hat der Mann schon wesentlich Besseres abgeliefert. Sehr gut hingegen Chris Penn als aufbrausender Gangsterboss, eine kleine Bereicherung für den Film.

Leider hat „Redemption“ relativ wenig zu erzählen und das auch nicht sonderlich aufregend. John gerät gelegentlich mal in Schwierigkeiten und trifft natürlich irgendwann wieder auf den Übelwicht vom Anfang und dessen Schergen, doch wirklich groß scheint seine Fallhöhe nie zu sein; selbst beim Verlust von Job und Familie kann „Redemption“ dies nicht verdeutlichen. Damit der Streifen dann aber so gerade noch auf Spielfilmlänge kommt, streut man diverse uninteressante Nebenhandlungen ein, z.B. Johns Verhältnis zu (geschiedener) Frau und Kind oder der Subplot um das Callgirl Tara (Carrie Stevens). Jedoch sind alle Nebenhandlungen bloß Füllmasse, die achtlos aufgenommen und wieder fallengelassen wird – was man dem Film leider zu jeder Zeit anmerkt.
Leider müssen auch die Freunde gepflegten Krawalls meist in die Röhre gucken. Hin und wieder gibt es mal was vors Fressbrett, längere Actionszenen sind allerdings nur der Auftakt, die Verfolgungsjagd in der Mitte sowie der Showdown. Inszenatorisch solide, aber keineswegs herausragend kommt der Krawall dabei daher, ein paar nette Nahkämpfe hier oder eine schicke Explosion da wissen zu gefallen, doch insgesamt versandet auch die wenige Action in Routine, wie man sie schon zu häufig gesehen hat, sodass „Redemption“ auch in dem Punkt wenig überzeugen kann.

So bleibt unterm Strich ein gut besetzter, aber reichlich mauer Actionthriller, der wenig erzählt und dies auch noch sehr lahm, viel zu wenig Schauwerte besitzt und daher trotz einiger Momente sehr enttäuscht.

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