Mein großer Freund Shane stand Pate für diesen Film Eastwoods, der sich hier zum vorletzten Mal (?) als Cowboy vor der Kamera präsentiert.
Dennoch so ganz kann man diesen Film nicht als Remake ansehen, dafür sind zum einen die religiösen Motive zu ausgeprägt und dafür ist Eastwood schon immer darauf bedacht gewesen, ein eigenständiger Filmemacher zu sein.
Stattdessen zitiert er sich selbst in High Plains Drifter und mythifiziert seinen Revolverhelden vollends.
Wo er in seinen früheren Western einfach nur der schweigsame coole Revolverheld war, ist er numehr der stille mystifizierte Prediger ohne Profil, der nur vom Eastwood-Mythos früherer Tage lebt.
Was diesen Film für Eastwoodfilme etwas schwach erscheinen läßt, ist zum einen die 80er Jahre Optik (4:3-Vollbildmodus), die nicht mehr vorhandene gute musikalische Untermalung und das Fehlen jeglichen Spannungsaufbaus oder eines geeigneten Gegenspielers für Eastwood.
So verkommt dieser Film fast schon zu einer Einmannshow eines gealterten Stars, der sich noch ein letztes Mal (vergeblich) gegen den Absturz ins Niemandsland der Serienproduktion verwehrt. Denn fast mutet der Film an, wie eine höchstens gute TV-Produktion.
Aber man darf nicht vergessen, dass ein Eastwoodwestern schon immer über der Norm lag, so auch dieser. Er ist halt einfach nicht so gut wie seine restlichen Western.
Vielleicht liegt es auch daran, dass sich Eastwood bewußt den Gegebenheiten seiner früheren Werke verschließt, mit den beliebten Merkmalen spielt, um zu zeigen, dass er nicht das ist, was man von ihm erwartet. dann wäre dieser Film mehr als nur doppelsinnig zu verstehen, oder?
Und tatsächlich ist es ja auch so, dass dieser Film, zusammen mit Silverado zur Mitte der 80er Jahre dem eigentlich schon toten Western einen kurzen Aufschwung ermöglichte.
5 Punkte