Eine Gruppe tapferer junger Männer, von Grund auf böse Terroristen, spektakuläre Ballereien und heillos überzogener Pathos – ein Standardrezept des amerikanischen Actionkinos. Das Genrevehikel „Navy Seals“ macht da keine Ausnahme, kann den geneigten Zuschauer aber bestens unterhalten, sofern dieser sich durch allzu offensichtliche Militär-Propaganda nicht abschrecken lässt.
Gecastet wurden seinerzeit, wie einige Jahre zuvor beim ähnlich aufgebauten „Top Gun“, eine Vielzahl unverbrauchter Darsteller, die sich für das junge Zielpublikum als Identifikationsfiguren eignen sollten. Tatsächlich schafft es aber nur Charlie Sheen in Ansätzen, sich als überambitioniertes und leichtsinniges „Maverick“-Pendant Dale Hawkins vom restlichen Cast abzuheben, auch wenn man seinen Part ohne Bedenken als egoistisch und unsympathisch bezeichnen könnte. Geradezu lächerlich wirken in diesem Zusammenhang die äußerst dick aufgetragenen Macho-Plattitüden: Da wird am Anfang aus einem fahrenden Auto von einer Brücke gesprungen, um sich die Langeweile einer kirchlichen Hochzeitszeremonie zu ersparen oder durch einen vorgetäuschten Notfall dem Kollegen ein Date vor der Nase weggeschnappt. Eine Humorkomponente, die angesichts des doch recht ernsten Grundthemas „Internationaler Terrorismus“ mehr als überflüssig wirkt. Interessanter dargestellt sind da schon die Machenschaften innerhalb des amerikanischen Militärapparates, die besonders die mangelnde Zusammenarbeit zwischen Soldaten und Geheimdienst hervorheben und den Leader der Seals, James Curran (Michael Biehn), dazu zwingt, eigenständig Informationen zu beschaffen, die helfen sollen, den Terroristenführer Ben Shaheed dingfest zu machen. Nach gewissenhafter Überzeugungsarbeit steht der Spezialtruppe schließlich die Reporterin Claire Varrens (Joanne Whalley) zur Seite.
Das Herzstück des Films sind aber einmal mehr die reichlich vorhandenen und schick in Szene gesetzten Actionsequenzen, die das Erzähltempo sehr hoch halten und in den letzten 20 Minuten ihren spektakulären Höhepunkt finden, wenn die Seals in der libyschen Hauptstadt Beirut einfallen, die hier als verfallendes Moloch präsentiert wird, in dem an jeder Ecke ein Bösewicht mit dem Gewehr im Anschlag lauert. Ein perfekter Schauplatz also für einen Showdown, der es in Sachen Munitionsverbrauch, Explosionsrate und Bodycount wahrlich in sich hat und das zeitweise nervtötende Militaristen-Gehabe nahezu vergessen lässt.
Als unterhaltsamer Actioner überzeugt „Navy Seals“ damit auf ganzer Linie, ansonsten herrscht inhaltlich allerdings gähnende Leere, die auch durch die soliden Leistungen der Darsteller nicht überdeckt werden kann. Wer sich an einem Übermaß an Patriotismus und übertriebener Glorifizierung amerikanischer Soldaten nicht weiter stört, darf hier ruhig einen Blick riskieren.