Ein weiterer Werbeslogan für die amerikanischen Kampfeinheiten und ein Film, der in Bush´s Mediathek bestimmt nicht fehlt. Das Drehbuch stammt von Chuck Pfarrer ( Hard Target ) und als Regisseur wählte man Lewis Teague ( Wedlock ). Dieser erweist sich auch hier als Könner, doch gegen so ein schlechtes Drehbuch kann nicht mal er ankommen. Kein Wunder, dass der Film in Deutschland ziemlich unterging.
Story:
Nur die Besten der Besten kommen in die Navy Seal Einheit und diese Einheit muss nun amerikanische Stinger Raketen in Beirut ausfindig machen und zerstören. Doch die Dinger zu finden erweist sich als gar nicht so einfach, daher müssen Lt. Curren ( Michael Biehn ) und Hawkins ( Charlie Sheen ) die Hilfe einer Starreporterin ( Joanne Whalley-Kilmer ) in Anspruch nehmen. Bald sind die Stingers gefunden und die Seals begeben sich auf eine gefährliche Mission nach Beirut, wo der Gegner locker in der Überzahl ist.
Ich hab ja nichts dagegen wenn ein Film nur eine Minimalstory hat, oder auch mal gar keine, doch wenn man versucht aus einer fast nicht vorhandenen Story eine zu machen, in dem man einen langweiligen Dialog an den nächsten hängt, dann stört es mich schon. " Navy Seals " hat storytechnisch eigentlich gar nichts zu bieten, daher versucht man dies durch lange Ermittlungen zu vertuschen, dich dies geht nach hinten los, denn zwischen den Actionszenen herrscht gähnende Leere und dann geht der Film auch noch knappe 110 Minuten. Die Spannung hat sich da gleich nach der ersten fünf Minuten verkrochen, denn der Plot ist mehr als vorhersehbar und heroisch dass es kracht, doch dieses war zu erwarten.
Actionmäßig ist viel zu wenig vorhanden, eigentlich nur zwei große Shootouts, denn die restlichen Kleinigkeiten kann man nicht als Action bezeichnen. Immerhin geht es in diesen zwei Shootouts richtig rund. Massenhaft blutige Einschüsse, Hinrichtungen und riesen Explosionen. Im bleihaltigen Finale wird gute 20 Minuten ununterbrochen geballert und danach gibt es noch eine explosive Verfolgungsjagd zum Meer. Gefightet wird leider gar nicht, denn den schlappen Unterwasserkampf zu Ende kann man nicht als Solchen bezeichnen. Aber ansonsten hat es die Action wirklich in sich und ist 1A inszeniert.
Der Score von Sylvester Levay ist passable, doch fast so heroisch wie in " Delta Force ".
Noch eine Szene möchte ich thematisieren wo es mir fast die Kinnlade heruntergehauen hat, in Punkto Patriotismus, denn Diese übertrifft alles. Da ist nämlich gerade ein Seal ums Leben gekommen und die Trauerzeit der Anderen nimmt bestimmt 15 Minuten des Films in Anspruch. Da kommt die trauernde Frau des Seals und klagt noch darüber warum sie keine Trauerfahne bekommen hat. Hallo, gehts noch ?
Michael Biehn als Leutenant Curren ist der Kopf der Einheit. Er leifert ein solides Schauspiel ab, mehr aber nicht.
Anders ist da Charlie Sheen, immerhin bringt er reichlich Humor in diesen steifen Plot. Meine Sympathie hier, gilt ganz klar ihm.
Bill Paxton als Scharfschütze macht seine Sache gut und auch Joanne Whalley-Kilmer kann sich sehen lassen, natürlich inklusive entstehender Romanze.
Fazit:
Dieser Film hat mich wirklich enttäuscht. Ich war ja auf alles vorbereitet, doch nicht auf derartige Langweile, welche den Film leider dominiert. Dazu kommt eine Minimalstory und unübertrefflicher Patriotismus. Die Spannung geht komplett flöten, doch immherin kann die harte und explosive Action noch etwas reissen. Der Score ist triefig, aber die Darsteller solide.
Dank der toll inszenierten, aber seltenen Action reicht es gerade so für knappe 5 Punkte.