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„Navy Seals“ ist ein nettes Stück Actionkino, wenn auch mit sehr viel Beweihräucherung der titelgebenden Spezialeinheit.
James Curran (Michael Biehn) ist Leiter eines Teams von Navy Seals, die sich alle untereinander kennen und miteinander befreundet sind. So trifft sich auch fast die komplette Einheit auf der Hochzeit eines Kameraden mit Ausnahme des Einzelgängers Dale Hawkins (Charlie Sheen), der nicht dabei sein will, wenn ein Kamerad das Junggesellendasein aufgibt. Doch von der Hochzeit wird die Einheit abberufen zu einem Auftrag. Dies zeigt schon mal die enge Verbundenheit der Seals, die der Film dann auch immer wieder betonen will, was natürlich teilweise arg übertrieben ist.
Bei dem geheimen Auftrag müssen Curran und sein Team eine Gruppe amerikanischer Piloten befreien, die von Extremisten im Nahen Osten gefangen genommen wurden. Man dringt in deren Festung ein, erledigt die Wachen lautlos und könnte problemlos rausspazieren, wenn Hawkins nicht lautstark eine Türe aufschießen würde und die restlichen Bewacher alarmiert. Das wäre einfacher für die Seals, aber wenig interessant für den Zuschauer und so wird den terroristischen Radaubrüdern erst mal in einem ordentlichen Feuergefecht gezeigt, wo es langgeht, was dann auch unterhaltsam anzuschauen ist.

Auf dem Rückzug entdecken die Navy Seals noch eine ganze Ladung gestohlener Stinger-Raketen, die sie jedoch nicht zerstören können. Als man im Hauptquartier davon erfährt, ist man bestürzt. Die Seals müssen in Bereitschaft bleiben, um die Bedrohung zu eliminieren. Bei der Spurensuche versucht Curran über die resolute Nah-Ost-Journalistin Claire Varrens (Joanne Whalley-Kilmer) an weitere Informationen zu kommen...
„Navy Seals“ ist alles in allem ein recht platter Patriotismus-Actionfilm, der relativ typisch für seine Zeit daherkommt, wenn auch keinesfalls wirklich langweilig. Die Story um die Bomben und die Terroristen steht dabei aber eindeutig im Hintergrund, denn die Ermittlungen laufen nebenbei, während sich der Film mehr auf das Leben der Seals konzentriert und deren Einsätze als Highlights präsentiert. Die Spannung kann man noch als solide einstufen, das Tempo ist eher gemächlich.
Beim Privatleben der Seals wird natürlich heroisiert bis die Schwarte kracht. Die Jungs haben andauernd ihren Spaß, egal ob sie auf einem Golfplatz rumtoben, sich in einer Kneipe vollaufen lassen oder sich sonst wo benehmen wie die Axt im Walde. Natürlich darf auch die obligatorische Trainingsszene nicht fehlen, um zu beweisen wer doch die größten sind. Immerhin wird das Ganze gelegentlich ironisch gebrochen; meist durch ein paar Sprüche Currans. Die mögliche Beziehung zwischen ihm und Claire ist dabei eher Beiwerk; wahrscheinlich war man der Meinung es gehöre als lästige Pflicht einfach zu dem Film dazu. Ganz nett dagegen: Der stimmungsvolle Soundtrack, der an andere Filme dieser Ära erinnert.

Die Actionszenen bieten recht ordentliche und ziemlich gut inszenierte Shoot-Outs, auch wenn die Verluste der Seals in keinem realistischen Verhältnis zu den weggeballerten Gegnerhorden stehen. Doch die Action ist nett anzusehen, ist halbwegs spektakulär inszeniert und hat zudem ein paar blutige Einschüsse, auch wenn die Indizierung ganz klar übertrieben ist. Zum Schluss gibt es sogar ein recht aufwendiges Finale, das in einem übertriebenen, aber spektakulären Destruction Derby endet.
Michael Biehn gibt eine ziemlich gute Leistung als Team-Captain ab und spielt am überzeugendsten, auch wenn die restlichen Darsteller allesamt auf recht gutem Popcorn-Niveau agieren. Lediglich Charlie Sheen kann nicht immer punkten, was daran liegt, dass der Film es etwas mit seinem Junger-Wilder-Image übertreibt.

Actionfans können mit „Navy Seals“ ein unterhaltsames, wenn auch relativ flaches Genrewerk erleben, das man besser nicht hinterfragt. 6,5 Sterne von mir.

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