Die Wildesten der Wilden
„Navy Seals“ ist ein militärischer Actioner der simpleren oder gerne auch dümmeren Sorte - was für das richtige, bierlaunige und meist testosteronlastige Publikum mit Kohldampf auf klassisches, handgemachtes Bummbumm jedoch genau das Richtige sein kann. Manchmal zähle ich mich dazu. Etwa in einer Reihe mit sowas wie „Red Dawn“, „The Zero Boys“, „Young Guns“ oder „Iron Eagle“. Über eine - welch Überraschung - Spezialeinheit der Navy Seals, die im Nahen Osten mit viel Waffenpower und Machokalkül „Frieden“ verbreiten sollen…
Ein cooler Score sowie Soundtrack. Klasse Namen und Charisma und Chemie und Charaktere - mit Sheen, Paxton, Biehn. Durchschlagskraft in seiner Action. Obwohl in den 90ern erschienen noch ganz klar und toll mit diesem gewissen 80s-Käsefaktor. Das fühle sicher nicht nur ich. Klar kann man das Platte, das Dumme, das Militärische, das Gewaltverherrlichende, das Patriotische kritisieren oder unschön finden. Aber wo kommen wir dann hin, wenn man Unterhaltung auf einmal für Realität hält?! Ein Film wie „Navy Seals“ ist oberflächlichster Spasskrawall, den ich null ernst nehmen kann und der sich auch selbst hinter seinem maskulinem Grinsen nie ernst nimmt. Das kann ein Film auch ohne Metawitze und Augenzwinkern wie heute. Und wer hier nach auf einmal Krieg oder die Army toll findet, der hat persönlich ein viel größeres Problem als der Film „Navy Seals“. Und wer Hollywood mit der Realität gleichsetzt ebenso.
Fazit: naiv-vergnügliches Früh-90s-Militär-Propaganda-Vehikel zwischen „Missing In Action“ und „Top Gun“. Schade um den, dem solch stumpfer Patriotismus und Militarismus den kompletten Spaß am Actionfilm nimmt. Kann man verstehen, muss man aber nicht teilen. Mich hat „Navy Seals“ absolut solide und durchgehend schmunzelnd unterhalten. Selbst wenn er eher 2. Liga in seiner Sportart spielt.