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Um sich an dem an Bord befindlichen Regierungsbeamten zu rächen, bringt der unehrenhaft entlassene Marineoffizier, Colonel John Sykes Flug 777 mit getreuen Soldaten in seine Gewalt. Ein Befreiungsangriff durch ein anderes Flugzeug unter Captain Marshall schlägt fehl. Schwer verwundet kämpft er weiter. Die Zeit arbeitet gegen ihn. Um Staatsgeheimnisse, die sich an Bord befinden zu schützen, soll das Flugzeug abgeschossen werden. Wenige Minuten entscheiden über Leben und Tod aller Passagiere.

Die Wortkombination Phoenician Entertainment, Fred Olen Ray und Jim Wynorski sind ja nicht anderes als ein Äquivalent der Zelluloidindustrie für die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln. Anspruchsvolle oder gar spannende Unterhaltung sollte man tunlichst nicht erwarten, sonern höchstens die Hoffnung hegen, das die folgende Nummer wenigstens trashig amüsant rüberkommt. Selbstverständlich gibts wieder Footage Aufnahmen aus anderen Filmen und das ideenlose Drehbuch ist nichts weiter als eine Bastardgeburt der Eltern "The Rock" und "Einsame Entscheidung".
So starten iwr (neben Wüstenexplsions Footage) mit einem Colonel, der angeblich Zivilisten gemördert hat und deswegen von einem Militärtribunal unehrenhaft aus der Armee gekickt wird aber mit Hilfe seiner Einheit (und Fremdfootage) befreit wird. ER reagiert etwas unleidig und überzogen und entführt aus Rache eine 747, die den ehemaligen Richter mit an Bord hat und ist generell etwas unleidig auf die amerikanische Regierung und deren handelnde Organe zu sprechen. Ab hier beginnt ein ziemlich dreister Einsame Entscheidung Rip off inklusive einsteigender Sondereinheit aus SR 71 und der heldenhaften Stewardess, die als einzige in den entscheidenden Momenten die Nerven behält und am Ende mittels ferngelenkter Instruktionen den Flieger Sicher wie ne eins wieder auf den Boden bringt.
Eigene Ideen bringt das Script dabei erwartungsgemäß nicht zustande, zudem sind die Charaktere aus dem billigsten zur Verfügung stehenden Klischee-Selbstbausatz zusammengewürfelt, flirtende Flugbegleiterinnen, arschige Passagiere, ängstliche Maus die zur Killermaschine mutiert etc.. Billig ist auch das richtige Stichwort zu den Produktionskosten, wir switchen zwischen zwei Locations (Tower, Fluginneres) hin und her, teure Sets oder Austtatung sucht man vergebens, spektakuläre eigene Effekte gibts wie immer nüscht. Logik sucht man ebenfalls vergebens, so kann eine zierliche Stewardess mit einer Kaffeekanne bewaffnet problemlos einen erfahrenen dreimal so schweren Elitesoldaten killen, offene Flugzeugtüren haben keinerlei physikalischen Einfluß auf den Kabinendruck, Entführer halten jemand mit einer Beinverletzung für Tod ohne dies zu prüfen und alle Welt ballert innerhalb des Flugzeugs rum was die Magazine hergeben, natürlich ohne das die Außenwand einen Kratzer bekommt, aber bei Phoenician muß man auf so etwas ja gefaßt sein.
Die Darsteller reißen sich ebenfalls keine Bein aus, erwähnenswert ist höchstens das Ice-T nicht nur einen good guy spielen darf, sondern sogar mal einen Film überlegt, ich weiß spontan gar nicht obs das in dieser Konstellation vorher überhaupt schon einmal gab. Erstaunlicherweise hat mir der Film trotz seiner massive Blödheiten gar nicht mal so übel gefallen und sei es nur wegen der Trashigkeit und seiner unfreiwillig komischen Einlagen. Wer ernsthafte Filmunterhaltung sucht ist hier natürlich im völlig falschen Flieger und sollte lieber auf professionellere Airlines als Air Rage umsteigen, aber zum simplen boarden und spaßigen abheben reichts grad noch.
3,5/10

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