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Nach einem Blitzeinschlag bleibt ein Fahrstuhl in einem Hochhaus stecken, die Wartungsfirma findet jedoch keinen Defekt. Trotzdem häufen sich danach merkwürdige und vor allem grausige Vorfälle, bei denen manch Fahrgast der mittleren Kabine das Leben lässt. Ein Blinder stürzt in den leeren Schacht des Liftes und eine Fehlfunktion kostet im wahrsten Sinne Kopf und Kragen. Der Chefmonteur Adelaar allein will nicht an Zufälle glauben und stösst bei seinen Nachforschungen mit Abwegen auf einige Ungereimtheiten. Begleitet wird er von der neugierigen Regenbogenjournalistin Mieke de Beer. Die interessante Thrillerstory braucht bei Dick Maas keinen großen Bahnhof, zumal Huub Staapel in der Hauptrolle den Zuschauer an sich zu binden versteht. Ähnlich erfolgreich drehte das Schauspiel-Regie-Duo auch den sehenswerten Eurothriller "Verfluchtes Amsterdam". Hier erzeugen sie Spannung um den Biochip einer geheimen Experimentreihe eines verdächtigen Forschers, das Remake "Down" (ebenfalls von Dick Maas) mit größerem Budget aus den USA orientiert sich mehr an dortigen Spielfilmen, mehr Effekthascherei und Action, dafür weniger Charisma. Schöner, dafür weniger abgehoben und atmosphärisch reizvoller ist dieses kleine niederländische Original, zumindest für diejenigen, die keine Adrenalinjunkies sind. Mit wenigen, doch prägnanten Einstellungen warnen die roten Türen und Innenbeleuchtungen des Lifts, vor dem höllischen, was dort kommen möge, etwas abstrus und im Ansatz fast schon surreal ist die Erklärung des Spuks. So manche Szene diente auch offensichtlich als Inspiration für diverse andere Filme wie "Abwärts", in denen ebenfalls das Ausgeliefertsein im Fahrstuhl zum ruckartigen Horror an Drahtseilen wird. Meist nur von einem simplen Defekt hervorgerufen, während hier unterschwellig der Wissenschafts- und Technikgläubigkeit mehr oder minder kritisch nachgegangen wird. Die ohnehin vorhandene Angst mancher Menschen vor Fahrstühlen vermag "Fahrstuhl Des Grauens" auf jeden Fall ganz gut zu schüren.

Fazit: Kleiner, guter Thriller aus dem Tulpenland. Genau von diesem Euroflair lebt der Film hauptsächlich, was vielen womöglich zu unspektakulär sein mag. 5/10 Punkten

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