Diesen Film hatte ich aber anders in Erinnerung.
Hatte mir als Kind eine leichte Panik vor Fahrstühlen versetzt, vor allem beim Ein-und Aussteigen. Offenbar hatte ich damals nur den Anfang des Films gesehen und für gut befunden, - so kann man sich täuschen.
Denn allzu viel Potential gibt die Geschichte um den Fahrstuhl, dessen Mikrochipantrieb auf alle potentiellen Fahrgäste böse reagiert, nicht her.
Entweder Personen werden eingeschlossen, betreten den leeren Fahrstuhlschacht und stürzen in die Tiefe oder werden von der Tür eingeklemmt, um kurz darauf enthauptet zu werden.
Da ist die finale „Mordszene“ - das Strangulieren durch ein herausschnellendes Kabel – noch vergleichsweise einfallsreich ausgefallen.
Immerhin kann man Dick Maas, der diesen Gruselthriller mit einem geringen Budget herstellte, ein Händchen für Atmosphäre zugestehen, denn sobald sich Personen dem Lift nähern, wird es ein wenig spannend.
Weniger mitreißend ist demgegenüber die Geschichte um Hauptfigur Felix Adelaar (Huub Stapel), der als Monteur in das Gebäude geschickt wird, um die Technik auf Fehler zu prüfen. Später ermittelt er gemeinsam mit einer Journalistin und kommt dabei einer dubiosen Computerfirma auf die Spur.
Nicht nur, dass diese Figur äußerst gelangweilt durch die Gegend läuft, man kann mit ihr auch nie so recht warm werden.
Ohnehin wird es zwischenzeitlich richtig schnarchig, wenn der Monteur Eheprobleme mit seiner Frau wälzt, seinen Ex-Kollegen in der Psychiatrie besucht und dadurch auch nicht schlauer wird oder er in gedrückter Stimmung einen Kegelabend unter Freunden verbringt.
Viel Smalltalk um nichts und Irrelevanz hoch Drei.
Anstatt sich auf die Tätigkeiten des Fahrstuhls zu konzentrieren und die damit verbundenen Spannungsmomente etwas auszuwalzen, verliert Maas das Ziel aus den Augen.
Auch mit den Effekten hatte er es hier nicht so, das wird vor allem in der Szene des abgetrennten Kopfes deutlich: Noch bevor der herunterkommende Lift den Kopf des Darstellers abtrennt, wird dieser von einer billigen Plastikkonstruktion ersetzt und das Blut hat man ganz vergessen. Auch die von Maas eigens beigesteuerte Musik ist nicht das Gelbe vom Ei, - sie besteht lediglich aus einigen Flächensounds mit viel Vibrato ohne irgendeine erkennbare Melodie, - Carpenter konnte das besser…
Aber auch ein Dick Maas hat im Verlauf seines Schaffens dazugelernt, was er drei Jahre später mit „Verfluchtes Amsterdam“ bewies. Gleiches gilt in diesem Zusammenhang für Hauptdarsteller Huub Stapel.
Nein, diesen Fahrstuhlhorror hatte ich bedrohlicher und unterhaltsamer in Erinnerung.
Nicht wirklich schlecht, aber zwischenzeitlich reichlich ermüdend, als würde man über 15 Stockwerke die Treppe nutzen…
4 von 10 Punkten