Review

Fahrstuhl des Grauens - der reißerische Titel verspricht Trash.
Tatsächlich tangiert der Debütfilm von Dick Maas dieses Genre nur am Rande und gefällt als ungewöhnlicher und atmosphärischer Horrorthriller.


Ein gesichtloses Bürohochhaus, irgendwo an der Peripherie einer niederländischen Großstadt. In dem noch fast völlig unbewohnten Gebäude entkommen vier Besucher nur knapp dem Erstickungstod im Aufzug, der aus unerfindlichen Gründen seine Funktion verweigert.
Felix Adelaar (Huub Stapel), Techniker der Aufzugsfirma, soll untersuchen wie es zu dem Ausfall kam. Seltsamerweise scheint mit dem Lift alles zu stimmen. Schon bald, jedoch, hat die Maschine weitere Aussetzer, diesmal mit tödlichen und höchst blutigen Konsequenzen.
Während die Polizei Zufälle vermutet, bemerkt Adelaar an der komplexen Technik Ungereimtheiten. Als der zuvor für das Gebäude zuständige Kollege auch noch dem Wahnsinn verfällt, beginnt der Chefmonteur seine Ermittlungen auszuweiten. Während der Lift nun auch ihm nach dem Leben trachtet, entdeckt er die grausame Wahrheit


Die Niederlande assoziiert man nicht unbedingt mit großem Kino, erst recht nicht im Horror-Genre. Ein Ausrufezeichen aus unserem Nachbarland gelang Dick Maas 1984 mit „Fahrstuhl des Grauens“.
Der junge Regisseur schafft es, ungeachtet eines bescheidenen Budgets, mit einfachsten Mitteln, geschickter Beleuchtung sowie gelungenen Kameraeinstellungen dem Aufzug ein bedrohliches und beinahe diabolisches „Wesen“ einzuhauchen.
Zugegeben, die sparsam eingesetzten Effekte sind zwanzig Jahre nach Erscheinen recht angegraut. Dennoch trägt der daraus resultierende Trashfaktor seine Schippe zum skurrilen Gesamterlebnis bei.
Auch wenn der Film in der zweiten Hälfte das Tempo der Handlung spürbar drosselt, besticht die allgegenwärtige düstere, graue Atmosphäre. Dieselben Charakterzüge weist auch die minimalistische musikalische Untermalung auf, in bester Tradition von John Carpenter.

Sympathische kleine Horrorperle aus europäischen Gefilden.

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