Im fünfzenhnstöckigen Kronenstede-Hochhaus kommt es immer wieder zu merkwürdigen Zwischenfällen: Zuerst entgehen einige Passagiere in der steckengebliebenen Aufzug-Kabine nur knapp dem Erstickungstod, dann stürzt ein Blinder in den leeren Fahrstuhlschacht und schließlich gerät ein Nachtwächter mit dem Kopf zwischen die Schiebetüren und wird von dem herabfahrenden Lift enthauptet. Der flugs herbeibeorderte Fahrstuhl-Mechaniker Felix Adelaar checkt das System, kann jedoch keinen technischen Fehler finden. Als die Serie von Todesfällen im Fahrstuhl dennoch nicht abreißt, stellt Felix zusammen mit der Journalistin Mieke auf eigene Faust Nachforschungen an und findet heraus, dass die Hersteller-Firma des Aufzugs einen neu entwickelten Computer-Chip in der Anlage verbaut hat, der in der Lage ist, sich selbst zu programmieren und offenbar ein mörderisches Eigenleben entwickelt hat... Die kurze Inhaltsangabe lässt einen schieren Trash-Streifen vermuten, aber der niederländische "Fahrstuhl des Grauens" gibt sich ganz konträr als "ernsthafter" Horrorfilm, der zudem in seinen Schlüssel-Momenten und Spannungs-Szenen so geschickt inszeniert ist, dass man darüber glatt vergisst, dass die Grund-Prämisse ziemlich abstrus - um nicht zu sagen, beknackt - ist. Unter der vordergründigen Genre-Handlung versteckt sich allerdings, das muss man zugeben, eine recht klar formulierte Warnung vor dem sorglosen Umgang mit der modernen Technik, die der Chose etwas mehr Tiefgang verleiht, als man erwartet hätte. Abgesehen davon unterhält der Streifen in der Manier eines jungen John Carpenter mit bisweilen subtilen Thrills und ohne übertriebenen F/X-Einsatz über seine anderthalbstündige Laufzeit tadellos und geht dadurch als gelungenes Beispiel für einen unpeinlichen Euro-Horror durch, dem man nach mittlerweile beinahe 40 Jahren zumindest einen Status als kleiner Kult-Klassiker zugestehen möchte. Es hat schon seinen Grund, dass Regisseur Dick Maas neben Paul Verhoeven so ziemlich der einzige Genre-Filmer von Format ist, den die Niederlande hervorgebracht haben. So weit zu gehen und zu sagen, "Fahrstuhl des Grauens" sei für Aufzüge dasselbe, was "Der Weiße Hai" für das Planschen im Meer oder "Psycho" für Duschen gewesen ist, wäre übertrieben, aber trotzdem lieber mal die Treppe nehmen... ist auch besser für die Figur...
7/10