Review

"Das ist der natürliche Lauf des Lebens. Du wirst geboren, du lebst und du stirbst."

In naher Zukunft hat sich die Technologie so weit entwickelt, dass das Klonen von Mensch und Tier möglich ist. Ein Experiment am Menschen scheitert aber, wodurch das Klonen von Menschen verboten wird.
Adam Gibson (Arnold Schwarzenegger) und sein Kollege Hank Morgan (Michael Rapaport) führen ein kleines Charterunternehmen und erhalten von dem Unternehmer Michael Drucker (Tony Goldwyn) einen Auftrag. Drucker hat sich auf das Klonen von Haustieren spezialisiert und ist politisch angesehen, jedoch ebenso verhasst von Gegnern des Klonens. Für seinen Charterflug verlangt Drucker ausdrücklich nach Gibson. Durch seine Geburtstagsfeier bittet er aber seinen Kollegen Morgan, für ihn einzuspringen. Während des Transports werden sämtliche Insassen von einem Klonen-Gegner ermordet.
Als Gibson in seinem Heim ankommt sieht er einen Mann, der wie er selbst aussieht. Bevor er ihn zur Rede stellen kann versuchen Robert Marshall (Michael Rooker) und einige weiter Auftragskiller Gibson zu töten.

"The 6th Day" überzeugt in erster Linie durch ein ausbalanciertes Science-Fiction-Szenario. Die Synthese zwischen realistischen und futuristischen Elementen erzeugt eine glaubhafte Welt. In Kombination mit dem orchestralen Soundtrack entsteht eine dichte Atmosphäre.
Das kontroverse Thema der menschlichen Klonung sorgt für einen gesellschaftskritischen Aspekt und bietet eine gute Grundidee. Einen wissenschaftlich durchdachten, philosophisch tiefgründigen und ethisch relevanten Diskurs zum diesem Thema darf man aber natürlich nicht erwarten. Der Science-Fiction-Thriller bietet nur oberflächliche Denkanstöße ohne sie auszuformulieren.

Dank einiger Wendungen bleibt der Spannungsbogen überwiegend erhalten. Auffällig sind aber immer wieder auftretende Parallelen zu "Total Recall", der ein ähnlich dichtes Szenario enthält sowie den Subplot um die Identitätsfindung des Protagonisten kopiert, auch wenn die Hintergründe anderer Natur sind.
Die Handlung ist nach der Rahmengebung überschaubar, ebenso die Zeichnungen der Charaktere. Von Klischees bis zu Stereotypen ist hier alles vorhanden und schnell erkennbar. Hin und wieder finden sich aber dennoch ungewöhnlich emotionale Szenen.

Die eingestreuten Actionszenen bieten an sich keine bedeutenden Highlights, wirken aber, bis auf ein paar künstlich geratene, digitale Effekte, technisch solide. Neben obligatorischen Verfolgungsjagden und Materialschlachten sind Schußwechsel mit Strahlenwaffen an der Tagesordung. Nur selten überschreitet "The 6th Day" dabei eine familienfreundliche Visualisierung in Form von schon beinahe makaberen Einfällen.
Durchaus originelle Ideen finden sich auch im bizarren Humor. Besonders gerne werden futuristische Hilfsmittel hierfür überzogen dargestellt.
Gemindert wird das sonst stimmige Gesamtbild von logischen Brüche, die die dramaturgische Plausibilität stören.

Wie zu erwarten ist "The 6th Day" ordentlich besetzt, ohne Höhen im darstellerischen Bereich vorzuweisen. Zugpferd Arnold Schwarzenegger ("Terminator"- Reihe, "Conan"-Reihe, "Eraser") ist ebenso solide wie Michael Rapaport ("Metro"), Tony Goldwyn ("Ghost - Nachricht von Sam") und Michael Rooker ("Cliffhanger"). In einer angenehmen Nebenrolle findet sich noch Robert Duvall (Apocalypse Now), dessen Möglichkeiten kaum genutzt werden.

"The 6th Day" ist kein konventioneller Actionfilm, wie man durch die Besetzung mit Arnold Schwarzenegger erwarten würde. Der Science-Fiction-Thriller bindet seine Themen sinnvoll ein, ohne wirklich anspruchsvoll zu werden. Dank seiner dichten Atmosphäre, einfallsreichen Ideen sowie einer nachvollziehbaren Darstellung der Zukunft kann der Film überwiegend unterhalten, auch wenn der Inhalt und die Charaktere nur zweckmäßig ausfallen. Nervig sind dagegen häufige Plausibilitätsdefizite. Knappe ...

9 / 10

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