Was in all den bisher erschienenen Star Wars Dokumentationen sträflich vernachlässigt wurde ist das Privatleben und der familiäre Hintergrund von R2-D2, oder wie er hier oft freundschaftlich genannt wird, der Mülleimer auf Rädern. Dieser biographischen Mangelerscheinung widmet sich in knapp 25 Minuten die Mockumentary Beneath the Dome, die zwar zum Brüllen komisch, aber in etwa so echt wie Großmutters Zähne sind.
Das tolle an dem jederzeit erkennbaren Fake ist die Masse der Darsteller und Regisseure, die sich für so einem Spaß nicht zu schade waren und exklusiv für diese kleine Produktion fiktive Interviews abgaben. So was ist für Leute wie Lucas und Spielberg, Harrison Ford, Christopher Lee, Carrie Fisher, Samuel Jackson und vielen vielen anderen eher nicht üblich. Diese bringen todernst ihre Kommentare (ohne sich vor Lachen zu verschlucken) über ihr Verhältnis zum guten R2.
Wir lernen das Roboter eigentlich ein Brite und Sohn menschlicher Eltern ist. Später geben sogar noch ein fiktiver Bruder und eine Freundin lustige Sachen zum besten. Vater war jedoch enttäuscht von ihm und so entschloß er sich die Schauspielschule zu besuchen. Mit Erfolg, wie die vielen Forrest Gump Stil gefälschten Fotos mit Mr T., Francis Ford Coppola und den Beatles "beweisen". Eigentlich war er sogar für Rolle des Don Corleone vorgesehen, erlangte dann aber durch Star Wars Weltruhm.
Ab hier wirds dann richtig schräg, wenn man sieht wie R2-D2 der Erfolg zu Kopf stieg und der eigene Abstieg begann. Drogen- und Alkoholsucht schlagen zu. Er haust ein einer zerfallenen Hütte, vernachlässigt die Körperpflege (Rost) und steht aufgedunsen vorm Kühlschrank (herrlicher Anblick). Neuer Film, Phantom Menace, neue Chance, nach anfänglichem herumstänkern und wichtigmachen am Set sorgt eine Nahtoderfahrung beim Bungee Jumping für die Wende zum Guten.
Innerhalb der kurzen Laufzeit werden in der Fake-Doku enorm viele Gags untergebracht. Ernst nehmen wird die Nummer eh niemand, denn von Anfang an ist völlig klar hier ist alles auf Spaß getrimmt. Mich würde wirklich interessieren, ob es in London wirklich das gezeigte Verkehrsschild mit dem Richtungshinweis "Artoo Detour" gibt. Ich hoffe wirklich so eine falsche Doku auch für C3-PO gemacht wird, oder von mir aus auch für den gesamten Star Wars Cast. Die Quote der Lacher im Verhätnis zur Laufzeit ist jedenfalls hervorragend.
8/10