Review

"Cable Guy" war Jim Carreys erster Mißerfolg, nachdem er zum Superstar aufstieg, doch gleichzeitig ein wichtiger Schritt weg von der albernen Kaspernase, als die er abgestempelt werden sollte.
So wird denn hier unter der uneinheitlichen Regie von Ben Stiller eine Art Zwitter geboren, der nicht so recht soll, wie es Carreys Art war, aber ohne das auch nicht recht auskommt.
Denn für eine Satire im Medienzeitalter bleiben sowohl Regie als auch Script (wie schon bei Reality Bites- Voll das Leben) zu blaß.
Vielleicht hätte hier einiges gerettet werden können, wenn man einen starken Gegenspieler gehabt hätte, doch Matthew Broderick ist einfach zu schlaff, um sich zu wehren und sich damit ein eigenes Plätzchen aufbauen zu können.
Unauffällig bis zum totalen Jammerlappen reizt er nicht zum Mitleid, sondern zum Ärger, denn die blaße Harmlosigkeit nervt irgendwann nur noch.
So strahlt Carrey dominanter Stern durch den ganzen Film, dessen unergründliche, psychopathisch lustige Figur keinem Zuschauer die rechte Identifikationsfläche bietet.
So reiht sich Psychoaktion an Psychoaktion, während sich der geneigte Zuschauer denn nun fragt, wann etwas kommt, was man getrost für sich selbst mit nach Hause nehmen kann. Auch John Belushi inszenierte so eine verunglückte Gurke mit seinem letzten Film "Neighbors" (Die verrückten Nachbarn), die nicht recht vom Startblock kommt.
So bleibt nur ein solide inszenierter Film, der Satire sein will, ohne daß man welche darin finden kann, obwohl einige Sequenzen ganz lustig sind, wie das Ritterturnier und das Basketballspiel.
Wirklich unheimliche Klasse beweist nur Carreys Karaokenummer, da man dort die Abgründe erahnen kann, die sich hinter seiner Fassade auftun.
Fazit: Ein Film, der auf der Stelle tritt, sowohl innen wie außen. Interessant zu betrachten, aber ohne wirklichen Wert für ein zweites Mal.
(5,5/10).

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