SyFy machen es mal wieder möglich, die geballte Ladung an Trash und Unvermögen in 90 Minuten so zu verpacken, dass es bei ausgeschaltetem Verstand fast gar nicht auffällt.
Die unglaublich schlecht in Szene gesetzten Tasmanischen Teufel auf dem Niveau einer Atari-Animation sind jedoch selbst mit viel Wohlwollen eine Zumutung.
Base Jumping scheint im australischen Hinterland verboten, so werden die Twens um Jayne auch gleich von Ranger Alex und ihren beiden Kollegen in Gewahrsam genommen. Als sie jedoch die Leiche eines abgestürzten Kumpels in einer Höhle finden, ahnen sie noch nicht, welche Kreaturen das Blut der Leiche aus den Untiefen gelockt hat…
Es gibt noch nicht allzu viele Tierhorrorszenarien mit Beutelteufeln, was irgendwo auch nachvollziehbar ist, denn viel bedrohlicher als Waschbären wirken die possierlichen Aasfresser wahrlich nicht. Einzig die Kraft ihrer Kiefer ist beachtlich und ihr stinktierartiger Gestank, der jedoch ohne Geruchsfernsehen eine sekundäre Rolle spielt.
Ansonsten heißt es: Jagen und gejagt werden.
Rasch sind die wesentlichen Figuren der immerhin bunten Truppe vorgestellt, ein Trauma mit Höhenangst ist ebenfalls fix etabliert und so geht es quer durch Tasmanische Wälder, die allerdings in Vancouver stehen. Bis dahin ist der Einstieg sogar recht gelungen, als die Sechs an der Klippe stehen und ausgerechnet der Unerfahrene zum Sprung ansetzt, den Fallschirm viel zu spät öffnet und folgerichtig direkt auf einer Steinspitze in der Höhle landet. Der Rest klingt nach Dracula Reloaded: Blut fließt in eine Quelle, das Zeug brodelt und kurz darauf hört man die schrillen Laute der mutierten Kreaturen.
Was folgt, ist ein halbwegs temporeiches Katz und Maus Spiel mit zahlreichen Logiklöchern und Unwahrscheinlichkeiten. Denn wer in die Rotorblätter eines Helis gerät, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht an einem Stück herauskommen und auch derjenige, der beim explodierenden Fahrzeug mitsamt der Autotür hinausgeschleudert wird, könnte eventuell mehr als nur einen Kratzer erleiden, was die übrigen Beteiligten nicht so ganz verstehen wollen. Die haben aber auch Pech, denn die angreifenden Beutelteufel sind teilweise erst als solche erkennbar, sobald sie ihren Schlund aufreißen, welcher wiederum leuchtet wie ein knallrotes Gummiboot. Überhaupt sind die Viecher besonders an den Rändern ihrer Körper mehr schlecht als recht in die Kulissen eingebettet, nur etwas weiter weg sehen die Viecher überhaupt erst wie lebendige Gestalten aus.
So ärgert man sich nach einigen Minuten über die völlig töffelige Synchro mit einigen selten schlecht betonten Sätzen, die dazugehörigen Mimen sind auch nicht besser und allenfalls Kamera, Schnitt und Score liefern ein passables Niveau ab.
Dazwischen wundert man sich über das viel zu knappe Oberteil von Alex, die herumläuft wie Wurst mit zwei heraus geplumpsten Pfefferkörnern, es gibt ein paar ordentliche Gewaltszenen mit Stock im Kiefer, zerfetzter Leiche und Körperteilung und am Ende muss natürlich noch das bestehende Trauma abgeschüttelt werden, nachdem zuvor ausgerechnet auf einem Turm Zuflucht gesucht wurde.
SyFy war schon schlechter bestückt, doch etwas mehr Mühe hätte man sich bei der Gestaltung der Titelgebenden schon geben dürfen. Sonderliche Überraschungen sollte man ohnehin nicht erwarten, denn bei der schlicht gestrickten Story mit unzähligen irrationalen Ansätzen geht es lediglich darum, mit simplen Mitteln, hohem kaschierenden Tempo und viel Bewegung über die Runden zu kommen. Gelingt so einigermaßen, Tierhorrorfans werden jedoch mehr schlecht als recht bedient.
4 von 10