Wenn Monsterhorror innerhalb von dreizehn Tagen irgendwo in Bulgarien abgedreht wird, kann dahinter eigentlich nur Syfy stecken, hier gemeinsam mit UFO International Productions, welche bislang noch schwächere Streifen produzierten als Erstgenannte. Die verschneiten Berge machen sich zwar recht gut, doch der Computer-Yeti ist eher die Kategorie: In fünf Minuten am Rechner entstanden und einfach mal in die Landschaft geklatscht.
Brian ist mysteriöserweise allein in die Berge aufgebrochen, ohne seine Schwester Nina davon zu unterrichten. Nach einer Weile brechen sie und einige Freunde zum Glacier Peak auf, um nach dem Vermissten zu suchen, bis sie einer Kreatur mit dunklem Fell begegnen...
Das nicht namentlich erwähnte Kaff scheint eine Menge ehemaliger und immer noch aktiver Soldaten zu beherbergen, denn anders lässt sich kaum erklären, warum einige bereits in Afghanistan waren und Leute wie Nina unbedingt eine Ausbildung machen wollen. Der Rest strandet als Bedienung in einer Kneipe, wobei es auch nur eine Bardame gibt. Oder man endet als Heli-Pilot, wie Adrian Paul, den nach "Highlander" keiner mehr haben wollte.
Der Zusammenhalt des Teams ist also groß und obgleich die Altersspanne von 22 bis 45 reicht, lernt man Snowboarden und Skifahren von der Pike auf, was einige Zeitlupenaufnahmen bereits nach wenigen Minuten untermauern und gleichermaßen verdeutlichen, dass manchen Frauen bei riskanten Sprüngen plötzlich die Brüste fehlen, welche bei der Landung wieder da sind.
Leider hat man mit dem Yeti weitaus weniger Spaß, denn dieser bewegt sich reichlich klobig durch die Schneelandschaft, seine Größe variiert zwischen vier Meter und einem (je nach Computerzoom) und sein Antlitz bietet ein verzerrtes Etwas mit vielen Zähnen und einem Rest, der irgendwo zwischen Bananenbrei und oller Dachpappe einzuordnen ist.
Zwar sterben auch Menschen und einer bricht sich gar ein Bein, doch Ableben werden grundsätzlich ins Off verlegt, obgleich Blutstropfen im Schnee eigentlich einen wunderschönen Kontrast abgeben.
Stattdessen juchtern die Sportbegeisterten ein paar Hügel hinunter (hoch müssen die nie), man muss einigen Lawinen ausweichen (was immerhin okay in Szene gesetzt ist) und es kommen fünfzigjährige Handgranaten zum Einsatz, deren Funktionalität mit einem fachmännischen Blick gewährleistet wird.
Das latent hohe Erzähltempo und die frostige Kulisse retten zwar noch ein wenig und die engagierten, jedoch zu keiner Zeit überzeugenden Mimen tun auch niemandem weh, doch in Sachen Spannung muss man bis zum letzten Drittel warten, als eine geräumige Skihütte (oder ehemaliges Hotel) zum Verbarrikadieren genutzt wird und das Kollektiv plötzlich auf die Idee kommt sich zu wehren.
Letztlich zehren wieder nur eingefleischte Trashfans von dem billigen Spektakel, denn das Monster enttäuscht auf ganzer Linie, die schlichte Story passt auf die Pappe einer Klorolle und selbst der Heli aus dem Rechner untermauert, dass nicht allzu viel Herzblut in das Projekt investiert wurde.
Okay zum Einkuschen in eisiger Jahreszeit, jedoch nicht, um vom Yeti umgehauen zu werden...
Knapp
4 von 10