Season 1
Sieht man von den starken Leistungen des Hauptdarstellertrios um Matthew Macfayden, Jerome Flynn und Adam Rothenberg ab, ist die Erweckung des viktorianischen London wohl der eigentliche Grund, „Ripper Street“ einzuschalten. Natürliche, fließende Schwenks über die Pflasterstraßen Whitechapels drängen sich niemals auf, sondern erfassen fast beiläufig aberhunderte von kleinen Details, mit denen die Zeitreise in die Vergangenheit unheimlich lebendig wird.
Die Case-of-the-Week-gesteuerten Plots indes haben einige Probleme mit der Dynamik und sind von wechselhafter Qualität. Ihre Stärke liegt eher in einer zutiefst humanistischen Darstellung von Themen. Anstatt von Heldenprofilen finden sich einfache Figuren mit Fehlern in den Geschichten wieder und treffen auf soziale Ausgrenzung und tragische Einzelschicksale, die stets mit Respekt erzählt werden, jedoch auch ohne Scheu vor Brutalitäten, wie sie dem Alltag der beleuchteten Epoche entsprechen. Die Charaktere, selbst wenn ihre Fälle nicht immer packend erzählt sind, wachsen einem ans Herz, und als acht Episoden voll charakterlicher Vertiefung verstrichen sind, ist der Bezug zu ihnen gefestigt, so wie es heutzutage nicht mehr in jeder Serie selbstverständlich ist.
weitere Staffelbesprechungen können folgen.