Review

Um gleich zum Punkt zu kommen, "Sorority Party Massacre" oder der stimmigere Originaltitel "Grizzly Cove" hat mich zum erneuten Male 104 Minuten meiner wertvollen Lebenszeit gekostet. Es erschleicht sich der Eindruck, dass die "Direct-to-Video-Schiene" mittlerweise dermaßen ausgelutscht ist, dass man getrost 99 % der Releases ungesehen in den Müll befördern kann. Viel sinnvoller wäre es gewesen, 104 Minuten freiwillig Autobahnabhänge vom Müll zu befreien oder ehrenamtlich die Blindenmission zu unterstützen.


Die Handlung ist schnell erzählt, naive "Sorority-Girls" treffen sich im entlegenen Grizzly Cove um durch eine Befragung an die Spitze einer Mädchen-Studentinnenverbindung gewählt zu werden. Die im deutschen Nonsens-Titel erwähnte Party findet im Film mal eben überhaupt nicht statt. Ein Killer geht um,  der bereits einleitend die Tochter des Polizeichefs von L.A. auf dem Weg zum Contest in bester Scream-Manier gemeuchelt hat. Thomas Downey, als strafversetzter L.A.-Cop Watts mit einem Hang zu Gewaltausbrüchen, ermittelt mit dem dusseligen Sheriff Lumpkin (Ed O'Ross) und gerät mitten in die Blutspur des Serienkillers.

Was sich auf dem Papier als interessanter Ansatz liest, funktioniert in der Umsetzung dieses Machwerks in keinster, aber auch in absolut keinster Weise.
Ständig wechselnd zwischen Komödie und Slasher, weiß kein Teilaspekt auch nur ansatzweise zu überzeugen. Bei den gewollt lustigen Elementen bleibt einem das Lachen im Hals stecken, so dämlich und abgedroschen wirkt die Szenerie. Die Slasheraspekte enttäuschen jedoch um ein Vielfaches, sind sie doch kaum verhanden, wenig zeigefreudig und einfach nur deplaziert in dem über 100 Minuten dauerden Gemurkse.

Ganz schlimm auch, dass das deutsche Cover vortäuscht, hier handele es sich um einen beinharten Revenge Kracher à la "I spit on your grave". Bei "Grizzly Cove" herrscht aber weder Spannung, Humor noch Gore. Man fragt sich kontinuierlich, für was für eine Zielgruppe dieser Streifen überhaupt konzipiert worden ist.

Das Leiden beim Betrachten dieser auf Zelluloid gebannten Unverschämtheit ist derzeit lediglich vergleichbar mit der regelmäßigen 90-minütigen "Glanzleistung" meines hanseatischen Lieblingsvereins. 

Ebenso schleierhaft ist der Beweggrund, warum sich bekannte Namen wie Kevin Sorbo (Hercules) und Ed O'Ross für diesen Totalausfall zur Verfügung gestellt haben, aber auch das Filmbusiness an der Westküste scheint härter zu werden. Ein einziger klitzekleiner Lichtblick ist der Kurzauftritt des debilen Ron Jeremy als Detective Depinto, der erstaunlicher Weise mal die Hosen anbehält.

Als Fazit kann ich jeden Horrorfreak warnen, dem Sorority Party Massacre eine Chance zu geben. Sorry, Splendid, aber das war ein vollumfänglicher Griff ins Klo.

2 von 10


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