Review

Ray Liotta, du crazy Sonofabitch!

Wenn man überlegt, dass Edelthriller wie "Fatale Begierde" bzw. "Unlawful Entry" in den 90ern zur Standardausstattung eines jeden Kinojahres gehörten, muss man sich echt fragen, wo genau wir denn so dermaßen falsch abgebogen sind... In dem verzwickten und sexuell aufgeladenen Copthriller spielt eine perfider Polizist mit einem Ehepaar ein böses Katz-und-Maus-Spiel, bei dem soeben nächtlich eingebrochen wurde...

Cape Schmier

Madeleine Stowe ist zeitlos attraktiv. Kurt Russell ist eh einer meiner Liebsten. Und Ray Liotta spielt als Überhighlight den Psychocop wie kaum ein anderer jemals. Kaplans Regie ist zudem zielgerichtet und immer unter genug Anspannung. Was gibt's da auszusetzen?! Echt nicht viel. Vielleicht dass es damals eben viele solcher Geschosse gab. Aber dafür kann der gute Film an sich ja nichts. Wenige haben dessen Stringenz und Konzentration, dessen Unterbau und soziale Härte. Der Aufbau ist gemäßigt und durchdacht. Der Look macht seinen Job. Die Grautöne zwischen Gut und Böse werden clever aufgeweicht. James Horners fast etwas slasherartige Score zieht einen sofort rein. Die Betonwüste wirft ihre Schatten. Und die private Zone, Intimität, Moralität, Sanität und Gesundheit sind arg gefährdet bzw. schon misshandelt, mindestens im Verfall bzw. freien Fall. Von Einbrechern. Von Offiziellen. Von Beamten. Vom eigenen Gewissen. Der eigenen Courage. Vom Staat. Von der eigenen Angst.

Unordnungshüter. Selbstjustiz. Polizeigewalt.

Fazit: mehr als solider Home Invasion- und Cop-Thriller zwischen Wahnsinn und Methode. Die adrenalintreibende und doch in sich ruhende Seite der Neunziger. On point!

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