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Roland Joffé war in den 80ern ein ambitionierter Regisseur, der ernstzunehmendes, gesellschaftliches und politisches Kino hervorbrachte. Internationale Auszeichnungen belegen dies. Um nicht für Immer und Ewig im dramatischen Fach angesiedelt zu werden, entschloß er sich wahrscheinlich 1998 dazu ein neues Genre zu betreten - den Thriller; gespickt mit Zynismus und schwarzem Humor. Dummerweise scheint er auf diesem Gebiet jedoch kein glückliches Händchen zu haben. "Goodbye Lover" wirkt wie eine Light Version von Pulp Fiction. Nach einem etwas schleppendem Start denkt man noch: aha, ein Krimi - dann plötzlich - humorvolle Einlagen: aha, eine Krimikomödie, dann folgt ein Bäumchen-wechsel-dich-Verwirrspiel und zu guter Letzt drehen wir das Ganze nocheinmal um 180º. Hätte mit cleveren Dialogen und originellen Charakteren sogar funktioniert, so allerdings bremst sich die ganze Story selbst aus. Einziger wirklicher Lichtblick ist Ellen de Generes als sarkastische Kommissarin. Ohne ihren Part wäre der Film im absoluten Mittelmaß verendet. So hat man, wenn sie in Szene tritt, noch erhellende Momente. Fakt bleibt: 100 Minuten durchschnittliche Unterhaltung und die Gewißheit schon Besseres und Schlechteres gesehen zu haben.

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