Wieder einmal ein B-Streifen, der die wahren Ereignisse des 2. Weltkriegs nur als Vorwand nutzt, um auf schlichter Basis ein Gut und Böse Spielchen abzuwickeln. Das Hinzudichten historischer Unwahrheiten dient bei alledem natürlich nur dazu, seinem Titel in jeder Hinsicht gerecht zu werden, - schließlich benötigt es dieser Tage wieder einiger echter amerikanischer Helden, wie sie (eben nicht) im Buche stehen.
Zur Zeit der Ardennenoffensive befindet sich eine amerikanische Einheit im feindlichen Gebiet und kurz darauf auf einem Himmelfahrtskommando: Hitlers Schergen basteln an einer Atombombe und diese soll zusammen mit dem verantwortlichen Wissenschaftler rasch außer Landes geschafft werden…
Regisseur Don Michael Paul versucht erst gar nicht, irgendwelche Helden zu etablieren, sondern er setzt nach minimalem Vorlauf sogleich auf Action ohne auch nur etwaige Backgrounds zu erläutern. Die verschneite Kulisse schafft eine brauchbare Grundstimmung, die teils deftig expliziten Einschüssen deuten auf unverhohlene Gewaltdarbietungen hin und auch die teilweise recht bekannten Mimen um Tom Sizemore und Vinnie Jones sind mit Eifer bei der Sache.
Doch genauso rasch schleichen sich eklatante Logiklöcher ein, die trotz des latent hohen Schlagabtausches unübersehbar sind. Die Soldatenkleidung ist recht willkürlich ausgefallen, Distanzen zwischen Örtlichkeiten werden völlig falsch eingeschätzt, die angesprochene Atombombe ist nahezu ungesichert und wird später über etliche Schlaglöcher transportiert, während die Deutschen stets ohne Deckung agieren, jedoch zu keiner Zeit nachladen müssen.
Da klamüsert sich das Drehbuch jede Menge hanebüchene Aspekte zusammen, doch im Endeffekt ist die Geschichte ohnehin nur darauf ausgelegt, möglichst viel Action ohne tiefgründigen Hintergrund abzuliefern.
Das funktioniert eine Weile recht ordentlich, da diverse Einschusslöcher, später auch Messerhiebe oder zermatschte Schädel durchaus Wirkung zeigen, einige Zweikämpfe mit Drive in Szene gesetzt sind und final einige Verfolgungen recht dynamisch rüberkommen.
Einige CGI wie ein Luftangriff der Allliierten sehen zwar arg künstlich aus und auch die eine oder andere Explosion ist vom Timing her nicht so genau, doch für das vergleichsweise geringe Budget ist die Ausstattung absolut passabel.
Natürlich wird bei alledem in einer Tour Schwarzweißmalerei betrieben, indem es bei den Deutschen entweder nur Unterbelichtete oder fies hinkende Sadisten gibt und sämtliche Feinde wie Russen oder Iren sich ohne Umschweife den Amis anschließen, welche irgendwann in Zivilkleidung durch Stuttgart latschen und trotz sprachlicher Differenzen keinerlei Aufmerksamkeit erregen. Nur Jürgen Prochnow schlägt sprachlich aus der Reihe, aber der mimt schließlich auch den unschuldigen Wissenschaftler, während seine Filmtochter Melia Kreiling als einzige Dame für ein halbnacktes Intermezzo zuständig ist, was die Handlung natürlich nicht voran bringt, jedoch eine ansprechende Atempause im Dauerfeuer bietet.
Dieses ergibt am Ende wenig Sinn, unterhält leider nur phasenweise und ist mit 100 Minuten überdies deutlich zu lang ausgefallen, denn die hätte es für die simple Story nicht gebraucht.
Darstellerisch wird nicht viel abverlangt, doch in den wenigen stillen Momenten vermag lediglich Tom Sizemore zu überzeugen, während der latent triumphierende Score in einer Tour den zügellosen Patriotismus antreibt, welcher im Grunde jede Szene begleitet.
Ein halbgarer Kriegsfilm mit solider Action auf B-Niveau, einer jedoch zu durchlässigen Story ohne jeglichen Anspruch. Für arg eingefleischte Actionfreunde okay, für alle anderen eher mit Vorsicht zu genießen.
Knapp
5 von 10