Die Gedanken des Autors Pierre Boulle, welcher Planet der Affen (La planète des singes, 1963) schrieb, waren unverkennbar durch die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, in dem auch er für die Forces Françaises Libres (Freie Französische Streitkräfte = FFL) kämpfte, geprägt.
Boulle geriet in Südostasien in Gefangenschaft und erst 1944 gelang ihm die Flucht in die Freiheit.
Kurze Zeit später (1945) endete dann auch der zweite Weltkrieg in dem Boulle gegen die Nazis und das Dritte Reich kämpfte.
In seinen Büchern Die Brücke am Kwai (1952) und Planet der Affen (1963) versuchte der Autor schließlich die Gräuel des Krieges, sowie die durchlittenen Schrecken seiner Gefangenschaft zu verarbeiten.
In Planet der Affen wollte Boulle meiner Einschätzung nach auch ein Fazit aus dem Erlebten ziehen und die Menschen / Leser zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Ein Vorhaben was ihm (wie ich finde) auf sehr eindrucksvolle Art und Weise gelungen ist.
Zum Film..
Somit entsprangen die Gedanken, welche 1968 nach langem hin und her doch noch zur Verfilmung von Planet der Affen (unter der Regie von Franklin J. Schaffner) führten, keinem sehr ruhmreichen Zeitalter der Menschheitsgeschichte und doch macht allein schon die Tatsache, dass es Menschen gibt, die es für wichtig hielten diese Buchvorlage zu Verfilmen und den Gedanken eines tapferen, lernwilligen Individiuums, Nachdruck zu verleihen, Mut.
Gegen große Widerstände mussten die Verantwortlichen damals kämpfen, denn zu jener Zeit wollte sich keiner in der Filmindustrie mit "Affen-Scifi" beschäftigen, geschweige denn Geld dafür ausgeben.
Am Ende gelang es den Film zu drehen und schaut man sich Boulles Arbeiten, seine niedergeschriebenen Gedanken zum Menschsein an (sein Vermächtnis an uns), gibt dies alles doch ein wenig Hoffnung, dass Mensch "etwas" erkennen kann. "Es" zu ändern ist sicherlich nochmal eine ganz andere Sache.
.. wäre da blos nicht das Kurzzeitgedächtnis einiger Zuschauer. Letztere schmunzeln heute oftmals nur noch abfällig über das Werk, weil sie anscheinend die Zusammenhänge nicht erkennen bzw. nicht erkennen wollen.
Charlton Heston (der damals mit zu den angesagtesten Schauspielern gehörte) steigerte bei Planet der Affen, wie auch kurz darauf bei dem Film Der Omega Mann das öffentliche Interesse und verlieh den gespielten Figuren darin eine beachtliche Tiefe.
Bis vor kurzem hatte ich ein nicht gerade positives Bild zum Schauspieler, der mir eigentlich in vielen Rollen durchaus zu gefallen wusste. Durch einige Berichte, die ich anlässlich seines Todes nachlesen konnte, hat sich daran allerdings einiges geändert.
Charlton Heston starb am 05.04.2008 in Beverly Hills, Kalifornien.
In Michael Moores "Dokumentarfilm": Bowling for Columbine wird Heston als rassistischer Waffenfanatiker dargestellt, was so nicht der Wahrheit entsprach und einiges wurde da wohl sehr eigentümlich von Herrn Moore konstruirt und für seinen Film passend zusammengeschnitten.
Von dem was ich mittlerweile über verschiedenste Quellen erfahren konnte, engagierte sich Heston in den 60er Jahren sehr für die Gleichberechtigung "schwarzer" Schauspieler, demonstrierte zum Beispiel vor Lokalen bzw. Cafés, die keine Menschen dunkler Hautfarbe bedienen wollten, lief beim großen Bürgerrechts-, Protestmarch 1963 als bekannter Schauspieler mit und gab so ein Beispiel seiner politischen und menschlichen Haltung was Diskriminierung und Intolleranz gegenüber Bürgern anderer Hautfarbe anging, ab.
Heston stand weiterhin in Zusammenarbeit mit Dr. Martin Luther King, Jr. und rief bis zuletzt zu Gleichberechtigung von weißen und schwarzen Schauspielern auf.
Hestons Antwort auf eine Frage zu Dr. Martin Luther King, Jr. lautete: “a 20th-century Moses for his people,”.
Michael Moores Filme sollten nicht weniger kritisch begutachtet werden, wie die Personen und Organisationen, welche er "kritisch" unter die Lupe nahm und es zeigt sich immer wieder, wie achtsam man in der heutigen Medienwelt immer wieder aufs Neue sein muss.
Was für ein Mensch Charlton Heston am Ende wirklich war (wie er dachte und tickte), wissen wohl nur wenige Personen.
In Filmen wie "Der Omega Mann" & "Planet der Affen" konnte man nichts von der durch Michael Moore angedeuteten Intolleranz vernehmen und welcher Schauspieler spielt in solchen "Risikofilmen" freiwillig mit, von denen damals nicht unbedingt klar war, dass sie an der Kinokasse den gewünschten Erfolg bringen, wenn er doch bestimmte Personen Aufgrund ihrer Abstammung + die Intension des Filmes angeblich nicht mag..?
Heston war sicherlich ein großer Gegner strengerer Waffengesetze in den USA (gar ein Hardliner diesbezüglich), doch inwiefern die von Michael Moore aufgestellten, zusammengeschnittenen Behauptungen in seinem Film ansonsten auf den Menschen Heston zutreffend sind, sollte evtl. jeder kritisch für sich selbst überprüfen.
Moores Auffassung, dass eine Gesellschaft in der sich die Menschen durch verabreichte "Angstdosen" der Obrigen fehlleiten und manipulieren lassen und dies als Gefahr gesehen und durch Aufklärung bekämpft werden sollte, teile ich... einiges andere jedoch nicht (dazu gehört beispielsweise das anmaßend, manipulativ zusammengeschusterte Zerrbild der Person, Charlton Heston, aber auch das der NRA (National Rifle Association, welche auch in deutschen Medien einfach mal abschätzig als das "Böse" dargestellt wird, ohne dass man mal einen Blick auf die eigentliche Entstehungsgeschichte der NRA gewährt u. "riskiert").
So fand ich die Tatsache schon nicht uninteressant, dass sich die NRA selbst, als eine der ältesten Bürgerrechtsorganisationen sieht (was zu Heston passt, man jedoch auch anders sehen kann.. wogegen Heston als Demokrat nie etwas hatte).
Die NRA wurde kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg von Offizieren der Union gegründet (1871). Jedem Amerikaner (egal welcher Hautfarbe) sollte nach deren Vorstellung das Recht, Schusswaffen zu besitzen gestattet sein, um damit Leib, Leben und die persönliche Freiheit (auch die der eigenen Familie) zu schützen (diskutabel.. jedoch mit Sicht auf das vorherige Geschehen [Bürgerkrieg, Sklaverei] auch nicht ganz verrückt).
Die Union kämpfte im amerikanischen Sezessionskrieg (der amerikanische Bürgerkrieg) gegen die Konföderierten (Südstaaten) und gegen deren Überzeugung an der grausamen Sklaverei gegenüber Menschen dunkler Hautfarbe festzuhalten (der Usprung und Grund des Kriegs).
Glücklicherweise gewannen die Unionsstreitkräfte bekanntlich, auch gegen die rassistisch geprägten Vorhaben der Konföderationsstaaten, in einem mehr als blutigen Krieg um das Recht auf die persönliche Freiheit eines jeden amerikanischen Bürgers (jeglicher Hautfarbe) und es kommt nicht von ungefähr, dass viele gerade "farbige" Menschen zu jenen Zeiten nicht unglücklich über die Gründung der NRA und deren Bürgerrechtsforderungen, was das Recht auf Waffenbesitz aller Amerikaner angeht, waren.
Die ehemaligen Sklaven erhielten kurze Zeit vorher, nach dem Ende des Krieges, mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht, die Sklaverei wurde abgeschafft (wie man später sieht waren damit Rassismus, Vorurteile und gesellschaftliche Nachteile vieler Menschen dunklerer Hautfarbe noch lange nicht bewältigt. Ein bedeutender Schritt für die Menschlichkeit war es meiner Meinung nach trotzdem).
Es ist somit auch nicht weiter verwunderlich, dass der rassistische, menschenverachtende Ku-Klux-Klan ein erklärter Feind der NRA war, die ihre Wurzeln in der Union trägt.
Die NRA wurde allerdings auch von anderen Organisationen angefeindet, welche gar keine gesetzliche Beschränkung was den Waffenbesizt angeht, forderten.
Anders auch hier wieder die NRA, welche sich durchaus für eine Begrenzung und Kontrolle, was das Recht amerikanischer Bürger eine Waffe zu besitzen angeht, ausspricht (sicherlich ist die Sichtweise der NRA, was das Waffengesetz betrifft trotz allem weiterhin als sehr, möglicherweise auch zu liberal einzustufen.. vor allem für "heutige" Europäer alles nicht ganz einfach nachzuvollziehen..).
Ich denke man sollte hier auch gerade als Europäer und Deutscher wieder etwas unaufgeregter an die Sache herangehen und sich erst einmal die amerikanische Geschichte, aus Sicht der Amerikaner anschauen.. evtl. kommt man dann ja doch eher zu einem Verständnis für Amerika und im speziellen auch den Bürgerrechtler Charlton Heston.
Denn wenn man sich das so anschaut, stimmt das Bild doch von dem Mann, der vor Gaststätten für eine Gleichbehandlung aller Amerikaner (jeglicher Hautfarbe) demonstriert, mit Dr. King zusammenarbeitet um die Bürgerrechte der Amerikaner aller Herkunft zu stärken versuchte.. dem Mann, der Schauspielerkollegen unterstützte, die aufgrund ihrer Hautfarbe zur damaligen Zeit eben ein noch schwereres Standing hatten, wie das leider auch heute noch teilweise der Fall ist und die damals mit scheinbar unüberwindlichen Hindernissen umzugehen hatten.
Man kann Hestons- und die Forderungen der NRA (was die Waffengesetze angeht) ja kritisieren und als Demokrat eine andere Position hierzu einnehmen, doch ist es richtig vieles in einem sogenannten "Dokumentarfilm" derart zu verzerren, einen kranken Mann am Ende seines Lebens so schlecht (zum Teil einfach falsch) dastehen zu lassen?..
Ich denke, Nein!
Auch darum: - die persönliche Freiheit des Einzelnen, - ist eine Anwendung von Waffengewalt sinnvoll oder nicht, um Freiheit und Schutz seiner Gesellschaft vor Gefahren zu sichern.. (die Affen übten im Film schließlich ja auch Gewalt aus), geht es in der Geschichte zu Planet der Affen.
Einfach aus angeblicher Friedensliebe auf Allem rumzuhacken, was man aufgrund von fehlendem Wissen nicht versteht und weiterhin jeden (durch Medien) vorgesetzten Blödsinn nachzuplappern, ist da sicher nicht das was die freien, demokratischen Länder heutzutage brauchen und wieder näher zusammenführt, sie in ihrem Kampf um das Existenzrecht und in ihrer Daseinsberechtigung gegenüber anderen Staatsformen (Kommunismus, Diktatur.. siehe wieder Thema in Planet der Affen) stärkt.
Wie gesagt, muss man ja nicht alles gut heißen, kann (mich eingeschlossen) gegen die Bewaffnung von Bürgern in einer Demokratie sein und sich trotzdem mal auf die Sichtweise der anderen einlassen.. die es als Demokraten, in der heutigen Form, schon vor uns gab und die einen ganz anderen geschichtlichen Hintergrund aufweisen.
Dies könnte evtl. etwas Verständnis für die ein oder andere Forderung schaffen, die man demokratisch, politisch bekämpfen kann, wenn man anderer Meinung ist.
Moore hatte aus "meiner Sicht" interessante, nötige Denkanstöße gegeben, Heston nicht mit allen Forderungen Recht.. trotzdem war mir letzterer, aufgrund seines demokratischen Verständnisses und seiner Handlungen, Arbeiten und Aufrichtigkeit als Person lieber (Ansichts- Geschmackssache).
Zur Zeit von Moores Film war Heston wie erwähnt bereits schwer an Alzheimer erkrankt und kurz darauf zog er sich schließlich vollständig aus dem öffentlichen Leben zurück.
Ich für meinen Teil kann abschließend nur sagen, dass mir Charlton Heston als Schauspieler in seinen Rollen: "Im Zeichen des Bösen", "Ben Hur", "Planet der Affen", "Der Omega-Mann" und "Erdbeben" unvergessen bleiben wird.
Möge er in Frieden ruhen ..seine Filme weiterhin Beachtung finden!
Die fiktiven Menschen, im Buch und Film Planet der Affen sahen ihre Berufung als Menschheit jedenfalls tragischerweise ausschließlich darin, sich immer weiter (beinahe krankhaft) auszubreiten und ihre Existenz rein auf Unterwerfung der Natur + allen Lebens aufzubauen.. falls dies am Ende nicht gelingt, für dessen Vernichtung zu sorgen.
So schließt sich der Kreis evtl. doch eher bei den Menschen, die u.a. auch Bücher lesen, gar schreiben und etwas Positives versuchen zu hinterlassen.. etwas schaffen. Seien es nur Erinnerungen an Krieg (siehe Boulle), die falls sie nicht in Vergessenheit geraten, weil etwa kein Interesse bei nachfolgenden Generationen besteht, zur Erhaltung unserer Spezies beitragen könnten.
Ohne die nachfolgenden Teile der "Planet der Affen" Filmreihe in Betracht zu ziehen, bleibt für mich nach kürzlich neuerlicher Sichtung (dank des schönen 2er DVD Steelbooks und der genialen Buchvorlage Boulles) einer der wohl bedeutendsten Filme, die je ein Mensch geschaffen hat.. vor allem wenn man sich die Entstehungsgeschichte ansieht und reflektiert, welchem Boden dieses Werk entwachsen ist.
Manchmal scheint es so, als wären die Menschen heutzutage, in unserer ach so schnelllebigen Welt, nicht mehr bereit dazu sich freiwillig an Geschehnisse zurückzuerinnern, die länger als ein paar Jahre zurückliegen. Wenn man jedoch nicht dazu bereit ist aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen, wie möchte man dann sichergehen, dass bestimmte Dinge nicht wiederkehren und nocheinmal passieren (Rassismus.. Sklaverei, Nationalsozialismus.. Unterdrückung der freien Meinung eines jeden in einer "Demokratie" lebenden Menschen, Völkermord, Weltkrieg, Massenvernichtung)?
Evtl. verliert sich über Generationen hinweg jedoch einfach der emotionale Zugang zur Vergangenheit... was jedoch bedeuten würde, dass der Affe, Professor Zaius gegen Ende des Films doch recht damit hat, wenn er sagt: "Ich habe mich ein Leben lang vor dem Tag gefürchtet an dem du kommen würdest... weil du ein Mensch bist.
Ich glaube, dass die wachsende Fähigkeit des Menschen sich Erkentnisse zu verschaffen nicht unbedingt seine Dummheit verringert. Seine Emotionen werden ihn stets beherrschen. Sie bestimmen seine kriegerische Einstellung, die alles um sich herum bekämpft, sogar sich selbst. ..die verbotene Zone war einst ein Paradies, doch ihr Menschen musstet vor Jahrhunderten eine öde Wüste daraus machen".
Ungläubig und großspurig wie der Mensch sich selbst sieht, kommt Taylors (Charlton Heston) Reaktion: "Das ist alles keine Antwort.. es wurden keine Waffen von Menschen gefunden. Wie war es möglich, dass der Affe den Menschen überflügeln konnte, darauf muss es eine Antwort geben?"..
Bevor Taylor weitergeht, um die Wahrheit zu erforschen, warnt ihn der Affe Prof. Zaius, dass ihm falls er weitersucht, die Antwort auf seine Frage evtl. nicht gefallen könnte.
Das Ende kann und sollte sich dann jeder selbst ansehen, denn es gehört mit zu den eindrucksvollsten in der Filmgeschichte.
Es wird sich auch nach vielen Jahren immer noch vor den Augen der Zuschauer abzeichnen.
Ein Film gegen das Vergessen, der durch seine Existenz alleine zeigt, dass es am Ende durch einige engagierte Personen / Menschen evtl. doch so etwas wie Hoffnung geben kann, auch wenn die Zahl jener evtl. viel größer erscheint, die dazu wenig Anlass geben, weil sie die Vergangenheit nicht interessiert.. genausowenig wie die Zukunft.
In seinem Anliegen und seiner Ehrlichkeit ist Planet der Affen (das Buch wie auch der Film) soviel größer, wie jede vom Menschen zu ernst genommene "heilige Schrift".. denn in diesem Film bzw. in dieser Geschichte, spiegelt sich wirklich das wieder, worauf es ankommt, damit das Zeitalter der Menschheit (ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) eben nicht in einer Tragödie endet.
Was bleibt ist ein großartiger Film, welcher die Zuschauer traurigerweise auch im Jahre 2008 noch angeht und sie neben großartiger Unterhaltung, zum Nachdenken anregt (vorausgesetzt sie sind nicht zu faul dazu).
Neben Religion, Rassismus, politischer Unterdrückung (Diktatur) und dem Umgang des Menschen mit seinen Mitgeschöpfen bzw. seiner Umwelt, geht es hier auch um die Wichtigkeit der Weiterentwicklung eines jeden Individuums, was Empathie (Einfühlungsvermögen), Neugier (bringt nur etwas wenn die Vergangenheit nicht vergessen wird), Selbstreflektion (Ehrlichkeit gegenüber den Auswirkungen durch eigene Handlungen), Toleranz und Mitgefühl angeht.
Wohin die Reise der Menschheit geht, weiß sie allen Anschein nach immer noch nicht.. ich hoffe sie führt uns (was die Bedeutung unserer Spezies betrifft) nicht zum Planet der Affen .