Review

Sehr gelungener, tiefgründiger SF-Film, der zweifelsohne zu den großen Klassikern des Genres gezählt werden darf - und dies vollkommen zu Recht. Zwar bei weitem nicht so visionär wie Kubricks "2001" und möglicherweise auf den ersten Blick unfreiwillig komisch erscheinend, bietet der "Planet der Affen" neben einer schlichten aber zweckmäßigen und schicken Optik deutliche gesellschafts- und sozialkritische Ansätze. So können das autoritäre Staatswesen der Affen und die im Laufe des Filmes daraus entspringenden, folgenschweren Begebenheiten als Schuss gegen den totalitären System-Bug des 20. Jahrhunderts interpretiert werden und - ich hole noch etwas mehr aus - das Gesellschaftswesen des Affenstaates als bewußt den Kommunismus attackierend angesehen werden. Insbesondere der Aspekt des Abschottens von der Außenwelt und das Leugnen von Realitäten sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Aufgrund der Entstehungszeit könnte man sogar mit dem Element der Kriegstreiberrei und der dazugehörenden Gegenbewegung Assoziationen zum Vietnam-Krieg herstellen, wobei der zweite Teil des "Planeten der Affen" sinnvollerweise in die Betrachtung mit einbezogen werden sollte. Hier könnte zusätzlich das Motiv der seinerzeit vorherrschenden Ur-Angst in Form der totalen, nuklearen Vernichtung hinzugezogen werden, Anspielungen hierrauf finden sich freilich auch schon im Erstling von 1968, der dem Armageddon des 2. Teiles vorrausgeht.

Technisch wurde der Film für darmalige Verhältnisse gut umgesetzt. Freilich wirken Kostüme, Kulissen und natürlich auch die eingangs zu sehende Raumschiff-Ausstattung aus heutiger Sicht reichlich antiquitiert, nichtsdestotrotz entfaltet der Film schon mit der Bruchlandung der Astronauten seine fesselnde Atmosphäre. Während der Minuten langen Märsche durch die lebensfeindliche Wüste fühlte ich mich dann tatsächlich an den eingangs erwähnten "2001" erinnert, der in ähnlicher Weise sehr lange in scheinbar unspektakulären Einstellungen und Szenen verweilt. Ein sehr schönes Stilmittel, daß jedoch im weiteren Verlauf des Filmes nicht mehr auftaucht. Was folgt, ist eine hübsch anzusehende, leidlich spannende Geschichte, die von dem Bewusstsein des Zuschauers lebt, daß zum Finale hin etwas "Großes" geschehen wird. Mögen die zahlreichen Dialoge auf diesem Weg auf den ersten Blick langweilig erscheinen, so sind die bei näherem Betrachten durchaus interessant und geben wichitge Details und auch die bereits erwähnten, kritischen Aspekte häppchenweise preis.
Nur logisch, daß der Film auch zu einem guten Teil auch von Charlton Heston getragen wird, der hier wohl eine seiner besten Performances abliefert. Doch auch die Affendarsteller sind nicht zu unterschätzen: Obgleich zB die beiden, fortschrittsorientierten Wissenschaftler durch ihre Kostüme zunächst fremdartig erscheinen, so schaffen sie es mit zunehmender Filmdauer doch, sich mehr und mehr in die Herzen der Zuschauer zu spielen.
Bei allem Lob, sei aber auch etwas Kritik gestattet: Ich hätte mir im Mittelteil etwas mehr Action gewünscht und auch einige Kulissen hätten weniger offensichtlich nach Studio aussehen dürfen. Sicher Geschmackssache aber eine düstere, bedrohlichere Grundstimmung hätte dem Film eventuell ebenfalls nicht geschadet - auf mich wirkt alles trotz stets schwelender Konfliktherde etwas zu friedlich und hollywoodtypisch "bereinigt". Die vorhandenen kritischen Ansätze hätten auf diese Weise möglicherweise konsequenter und in ihrer Botschaft deutlicher umgesetzt werden können...

Wie dem auch sei: Sicherlich einer der Meilensteine des SF-Kinos, der uns einen gesellschaftlich-sozialpolitischen Spiegel vor die Nase setzt und in klassisch Weise aufzeigt, wie leicht es den Menschen bei ihrer eigenen Uneinsichtigkeit doch ist, sich selbst zu schaden oder gar zu vernichten.

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