Review

Bei Weihnachtsfilmen muss in Sachen Kitsch und Schmalz oftmals ein Auge zugedrückt werden. Bei „Lucky Christmas“ könnten sogar beide Augen zugedrückt werden, denn Musikuntermalung und Synchro arbeiten ordentlich.

Die allein erziehende Holly (Elizabeth Berkley) muss sich mit drei Jobs über Wasser halten, als sie im Lotto gewinnt. Dumm nur, dass der Beleg im Handschuhfach ihres Autos liegt, welches soeben von Mike (Jason Gray-Stanford) und seinem Kumpel „geliehen“ wurde.
Mike will ihr das Los zu gegebenem Zeitpunkt zurückgeben und freundet sich mit ihr und Sohn Max an, doch dann erfährt Holly die Wahrheit über das Los, welches zudem auch noch verschwunden ist…

Die TV-Produktion setzt auf altbewährte Abläufe einer Romanze: Zwei Leute verlieben sich, bis einer sein Geheimnis offenbart und daraus emotionale Turbulenzen entstehen, wobei ein Happy End bei einem Weihnachtsfilm natürlich vorprogrammiert ist.

Holly kommt bei alledem recht sympathisch daher, da die hart arbeitende Frau noch an Träume glaubt und vom Gewinn ihr eigenes Restaurant eröffnen könnte. Auch Mike verfolgt anbei sein berufliches Ziel, Häuser aus umweltfreundlichen Materialen zu errichten, doch für einen Sympathieträger geht er zu kalkuliert vor. Er spielt den Vaterersatz zu perfekt, weiß bei Problemen sofort Rat und springt ein, sobald Holly nicht mehr weiter weiß. Das wirkt auf Dauer unglaubwürdig.

Zudem hat man es ausschließlich mit herzensguten Menschen zu tun oder zumindest mit solchen, die im Verlauf der Geschichte die Kurve kriegen. Dadurch entsteht kaum Spannung, die Suche nach dem Los gerät phasenweise komplett ins Hintertreffen und die Differenzen der Hauptfiguren sind nur von kurzer Dauer. Gegen Ende wird es gar kunterbunt und überaus schmalzig, obgleich der Geist der Weihnacht eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die Geschichte könnte sich unter leicht geänderten Umständen auch mitten im Sommer abspielen.

Wenn man letztlich nur ein Auge zudrückt, erhält man immerhin solide darstellerische Leistungen, eine für TV-Verhältnisse brauchbare Optik und eine annehmbare Ausstattung.
Inhaltlich harmlos, vorhersehbar und über weite Teile altbacken, findet sich gezielt eingesetzter Humor nur selten, allerdings lässt „Lucky Christmas“ den Zuschauer, mit viel weihnachtlichem Wohlwollen, mit einem halbwegs zufriedenen Gefühl zurück.
Knapp
5 von 10

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