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1943 versucht eine amerikanische Kompanie eine, von den Japanern besetzte Pazifikinsel namens Guadalcanal einzunehmen. Unter der Führung eines Colonels, gespielt von Nick Nolte, brechen sie auf und sie müssen früh feststellen, dass es sich nicht um ein Insel-Idyll handelt, sondern vielmehr um eine grüne Hölle.

Die Story ist solide. Im Gegensatz zu vielen anderen Kriegsfilmen konzentriert sich der Film nicht auf den eigentlichen Krieg oder dessen Auswirkungen, sondern viel mehr auf die einzelnen Soldaten und wie diese mit dem Geschehen umgehen. Dabei achtet der Film die ganze Zeit auf die charakterliche Tiefe der Figuren und versucht diese durch längere Monologe über den Tod und den Sinn des Lebens weiter auszubauen. Handlung gibt es eigentlich wenig. Die Soldaten befinden sich die ganze Zeit über auf der Insel und versuchen diese einzunehmen und vielmehr passiert wirklich nicht. Es gibt ein paar Wendungen, meist verbunden mit dem Tod diverser Soldaten.

Die Story ist also sehr überschaubar gehalten, allerdings ist es interessant, was der Film daraus macht. Durch visuell beeindruckende Bilder kann Terrence Malick die Fratze des Krieges hervorragend enthüllen. In dem dialogarmen Film dominieren Bildsprache und endlose Monologe, die an "Apocalypse now" erinnern. Dabei verzichtet er natürlich nicht auf blutige und erschreckende Action- und Kampfszenen, die den visuellen Reiz und die Verstörung des Zuschauers, die der Film offensichtlich erreichen will, erhöhen. Natürlich kombiniert Malick diese Bildsprache mit einem langsamen Erzähltempo, das den Film leider teilweise auf der Stelle treten lässt und vor allem zum Ende hin sehr holprig wirkt. Die Filmmusik von Hans Zimmer ist wie üblich sehr einfühlsam und passt hervorragend zum Film. Die Kulisse ist ebenfalls perfekt. Die ganze Zeit über wirkt sie sehr malerisch und hat ebenfalls einen optischen Reiz, allerdings trügt diese surreale Schönheit im Angesicht des Krieges. Die Umsetzung ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber nicht im negativen Sinn.

Der Unterhaltungswert ist leider nicht so hoch, wie er hätte sein können. Während Steven Spielberg in seinem "Der Soldat James Ryan" die ganze Zeit über auf den Unterhaltungswert und seinen kommerziellen Erfolg achtet, lässt Malick diesen komplett außer acht. Durch die ewigen Monologe und das langsame Erzähltempo sinkt der Unterhaltungswert enorm, wobei der Film durch seine hervorragenden Bilder dennoch fesseln kann. Die schonungslosen Schlachtszenen erregen eine hohe Melancholie, die auf den Zuschauer überspringt. Zum Ende hin kippt der Film dennoch stark ab und das holprige Erzähltempo und die Monologe, die immer länger zu werden scheinen, erwecken dann doch den Eindruck, dass man den Film besser eine halbe Stunde früher beendet hätte. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit über gespannt, sodass der Tod förmlich in der Luft liegt.

Bei der Besetzung sprechen allein die Namen für sich. Oscar-Preisträger Sean Penn spielt hervorragend. Er ist als tapferer, aber dennoch gleichgültiger Soldat sehr beeindruckend und beweist, dass er in den letzten Jahren zu Recht zu den besten Darstellern gezählt wird. James Caviezel steht noch am Anfang seiner Karriere, spielt aber dennoch hervorragend und schaffte mit dem Film seinen Durchbruch. Auch der unerfahrene Oscar-Preisträger Adrien Brody kann mit seiner ersten größeren Leistung beeindrucken. Nick Nolte spielt die Rolle des Colonels hervorragend und gefällt mir persönlich in dieser knallharten Rolle am besten. Mit Woody Harrelson, John Cusack, Ben Chaplin, Jared Leto, John C. Reilly und Thomas Jane verfügt der Cast über weitere Stars in Top-Form. Hinzu kommen noch Gastauftritte von George Clooney und John Travolta.

Fazit:
Jenseits der kommerziellen Grenzen präsentiert Terrence Malick seinen Anti-Kriegsfilm "Der schmale Grat". Durch philosophische Monologe und beeindruckende, verstörende und surreale Bilder kann sein Werk zutiefst beeindrucken. Leider ist der Film aber nicht so unterhaltsam, wie er hätte sein können, da das langsame und holprige Erzähltempo keine Spannung zulässt und den Film teilweise auf der Stelle treten lässt. Vor allem der hervorragende Cast kann die Längen einigermaßen überbrücken und macht "Der Schmale Grat" zu einem überdurchschnittlichen Filmerlebnis. Für jeden Cineasten ein Muss!

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