kurz angerissen*
Wronger als "Wrong" konnte für Quentin Dupieux nur noch ein Antifilm wie „Wrong Cops“ sein. Einem übergestülpten Gegenteil-Universum folgt eines, das vor allem auf Gesetz und Ordnung gemünzt ist – und dieses auch wieder ins Gegenteil verkehrt. Denn ein Cop, der seine Position nutzt, um seine Tittenbild-Sammlung auszuweiten? Wrong. Ein Hobbymusiker mit dem schlechtesten Song der Welt im Gepäck, der seinen Song selbst super findet? Wrong. Marilyn Manson als zurückgebliebener Schuljunge? F***ing Wrong.
Mehr Feinde kann man sich als Regisseur bei Konsumenten normierter Unterhaltung eigentlich kaum machen. „Wrong“ hatte ja noch so etwas wie Herz, einen sympathischen Schluffihelden und ein herzallerliebstes Ende, aber „Wrong Cops“ ist einfach nur zynisch, negativ und von Grund auf falsch in jeder seiner verdorbenen Sekunden. Ein paar Elemente (der Road Trip eines Sterbenden beispielsweise, der überall wie selbstverständlich in den Alltag anderer Menschen einbezogen wird) erinnern an den frühen Tarantino bis „Jackie Brown“, werden aber viel trockener präsentiert. Hauptwiderling Mark Burnham macht einfach alles richtig darin, möglichst abstoßend zu wirken. Dass eine Frau am Ende dennoch so etwas wie prosaisches Potenzial in ihm erkennt und ihm das auch direkt mitteilt – großer Fehler, denn er bedankt sich, indem er ihre Tochter als Schlampe bezeichnet.
Just wrong.
Wer da wen falsch gepolt hat, um zur Entstehung einer derartigen Abfolge moralischer und ästhetischer Falschheiten beizutragen, diese Frage erübrigt sich. Ein hoher Prozentsatz von Publikum und Feuilleton musste würgen. Das galt selbst für jene, die „Rubber“ und „Wrong“ schadlos überstanden hatten. Ein kleiner Prozentsatz freut sich über abgeschmackte Oizo-Beats und die Tatsache, dass die auch noch abgefeiert werden. Etwas Falscheres kann es doch gar nicht geben. Passt zum momentanen 80er-Jahre-Revival mit Fliegerbrillen und Pornobalken; Dupieux hat also die Zeichen der Zeit erkannt.
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