Das frisch gebackene Paar Tom und Lucy gurken mit dem PKW durch die englische Pampa. Eigentlich auf dem Weg zu einem Musikfestival, hält Tom eine Überraschung für Lucy bereit und möchte ihr zweiwöchiges Beziehungsbestehen mit der Übernachtung in einem abgelegenen Luxushotel krönen. Trotz ausgiebiger Ausschilderung und Wegweisern gestaltet sich die Suche nach dem Hotel mehr als schwierig. Als ginge es nicht mit rechten Dingen zu fahren die beiden mehr oder weniger Verliebten ständig im Kreis und verfransen sich in einem Labyrinth aus kaum befahrbaren Waldwegen und Trampelpfaden. Immer tiefer verschluckt sie das Baumgewirr. Allmählich bricht die Nacht über sie herein und die Tankanzeige wandert auf rot. Und dann taucht aus dem Gebüsch ein maskierter Unbekannter auf...
IN FEAR spielt auf überaus gekonnte Weise mit Urängsten vom dunklen Wald. Die Kamera spielt mit dem Fokus. Sich in Unschärfe verabschiedende Details vermitteln ein Gefühl von Unbeständigkeit. Was wirklich gespielt wird, ist nicht greifbar und flutscht weg ins Ungewisse. Diese Unschärfe wechselt sich mit Nahaufnahmen von zitterndem Augenwasser und verstörenden Ultra-Close-ups ab. Der Film offenbart ein Universum an Dunkelheit. So düster und unheimlich war nicht mal der Wald in BLAIR WITCH PROJECT. Wie in Kafka DAS SCHLOSS tappen Toms und Lucys auf ihrer aussichtslosen Suche nach dem Hotel buchstäblich im Dunkeln. Was schon unangenehm und gruselig genug erscheint, erlebt noch eine Steigerung, als sich ein mit einem weißen Tuch vermummter Unbekannter in das Spiel einmischt, der den beiden Reisenden offensichtlich nichts Gutes will, sondern FUNNY GAMES nachzuspielen versucht. Der Grusler wird zum Schocker. Das eingeschüchterte Zuschauerhirn flippt in sämtliche Richtungen und sucht verzweifelt nach einem Lichtschalter. Die Demaskierung des Maskierten wirft neue Fragen auf, die der Film geschickter Weise nicht vollends beantwortet. Bis zum Schluss gelingt es IN FEAR Nerven zerreibende Hochspannung aufrecht zu halten. Für eine Low-Budget-Produktion wirklich stark. Zwar gibt es ähnliche Erzeugnisse, allerdings selten so lückenlos und konsequent umgesetzt.
Fazit:
HÄNSEL & GRETEL meets FUNNY GAMES. Terrorkino par excellence.