In einem kleinen Dorf in den französischen Alpen tauchen auf einmal einstmals Verstorbene wieder auf… ohne selbst zunächst zu wissen, dass sie tot waren. Sie können sich an nichts erinnern. Meis-tens sind es Opfer von Gewaltverbrechen oder Unfällen, so die Schülerin Camille, die bei einem Busunglück ihrer Schulklasse in den nahen Stausee stürzte oder Lucie, die von einem kannibalistisch veranlagten Serientäter in einer Unterführung attackiert wurde. Diese Beiden und noch viel mehr tauchen wieder auf und stellen die Überlebenden und Hinterbliebenen vor wirkliche Heraus-forderungen: wie gehe ich mit einem geliebten Menschen wieder um, dessen Verlust ich vielleicht gerade überwunden hatte oder was denkt mein neuer Partner, wenn mein verstorbener Ex wieder auftaucht? Und wieso tauchen nicht alle Toten auf, sondern nur einige? Was hat das alles mit den toten Tieren am Boden des Stausees zu tun und warum sinkt sein Wasserpegel unaufhörlich?
Die französische Serie „The Returned“ basiert auf dem französischen Film „Les Revenants“ von Robin Campillo aus dem Jahr 2004. Die Regisseure Fabrice Gobert und Frederic Mermoud drehten 2012 ihre Miniserie, die schon erfolgreich in den USA und England lief und nun auch ein Remake in Hollywood erlebt. Ich hatte von der Serie auf einigen US-Webseiten gelesen und wie es der Zufall wollte, lief die Serie kürzlich auf EinsFestival.
Es ist definitiv die erste französische TV-Serie, die ich seit Ewigkeiten gesehen habe und war ich war recht begeistert. „The Returned“ ist eine im besten Sinn gelungene Mystery-Serie, der ich keine noch bessere Wertung gegeben habe, weil man erst einmal abwarten muss, ob es wirklich eine zweite Staffel gibt (sie ist angeblich in der Mache).
Die (mir unbekannten) Schauspieler sind hervorragend und die Atmosphäre ist, von der ersten Minute an, unheimlich und von einem Gefühl der Isolation in diesem Bergdorf geprägt. Fast nie scheint die Sonne, die Menschen scheinen wie gefangen in dem Ort und verstärkt wird dies auch noch durch die immer häufiger werdenden Stromausfälle.
Die Toten, die zurückkehren, sind keine Zombies, sondern „normale“ Menschen, die zwar nie schlafen und viel essen, aber sich sonst in die Gesellschaft einfügen. Ihr Auftauchen sorgt mal für Freu-de, aber auch für Angst, Unsicherheit und wird auch als religiöses Zeichen gewertet. Bei einigen Lebenden führt ihr Auftauchen dazu, dass sie sich fragen, ob sich nicht eh längst schon tot sind – sie haben es nur nicht gemerkt.
Die Serie hat viele Rätsel, wirft viele Fragen auf, so dass sich schon ans „Lost“-Syndrom denken musste: eine spannende Serie, die so viele Fragen aufwirft, dass sie am Ende an diesen quasi erstickt. Zum Glück, so glaube ich, schafft es „The Returned“ (nach Sichtung der letzten Folge), diese Gefahr zum Umgehen und kreiert einen Cliffhanger, der zwar Rätsel aufwirft, aber dennoch eine Tendenz ahnen lässt, die mich zumindest nicht enttäuschte.
Sehr sehenswert, einige Folgen hatten geradezu eine hypnotische Bilderwelt geschaffen, die mich in ihren Sog hineinzog. Ein weiterer Pluspunkt ist die hervorragende Musik von Elektropapst Mogwai.
8/10.