Review

Season 1

Season 1

Erstmals auf die Serie aufmerksam gemacht wurde ich durch das Mogwai-Album “Les Revenants”, das als Soundtrack zur französischen Mystery-Serie fungiert. Als losgelöstes Album ganz nett, aber zu verloren im Ambient-Dunst umherwandelnd, spielt es seine Stärken im eigentlichen Serienkontext voll aus und bildet den bizarren Hintergrund für eine in allen Belangen beeindruckende Mystery-Serie.

Denn nicht nur in der Kategorie Soundtrack, sondern auch in allen anderen geht der in den französischen Alpen gedrehte Achtteiler konsequent alternative Wege. Oft als „Zombie-Serie“ deklariert, ist „The Returned“ so viel mehr als das. Vielmehr ist es der Reiz, nicht zu wissen, wer diese Menschen sind, die gestorben sind und plötzlich wieder auftauchen, der im Rahmen der ersten Staffel so fasziniert. Die Rückkehr der Toten folgt keinen bestimmten Regeln, die Toten selbst verhalten sich kaum anders als vor ihrem Tod (abgesehen davon, dass sie ein erhöhtes Hungergefühl und ein verringertes Schlafbedürfnis verspüren). Es wird also sehr viel im Schatten gelassen, womit sich ein Mut zur Lücke auszahlt, der in einer amerikanischen Serie nur schwer vorstellbar wäre.

Dennoch muss eine solche zum Vergleich herangezogen werden; nicht zuletzt dank der malerischen und doch mit urbanen Elementen durchsetzten Berglandschaft drängt sich die Parallele zu „Twin Peaks“ geradezu auf, wenngleich das Surreale bei „The Revenants“ nur aus der Handlung und zum Teil aus der hochwertigen Optik bezogen wird und nicht etwa aus Schnittechniken oder allzu ausgeprägtem Symbolismus.

So wird "The Returned" zur großen Hoffnung im qualitativ ja nicht allzu dicht besiedelten Mystery-Sektor, bei dem ja schon Serien wie „Lost“ oder „Fringe“ zu Highlights hochgejubelt werden müssen, weil es sonst nicht viel gibt. Wenn sich die Gelegenheit bietet: Unbedingt reinschauen!

weitere Staffelbesprechungen können folgen.

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