Review

Macht richtig Lust darauf sein eigenes Instrument in die Hand zu nehmen und loszuspielen!

SOUND CITY ist wie der Name schon sagt, eine begeisternde Dokumentation über die gleichnamigen Studios an der amerikanischen Westküste. Wer sich ein wenig näher für Rockgeschichte interessiert wird von der authentisch wirkenden Atmosphäre der Doku begeistert sein. Hier wurden grandiose Alben die zum Teil Musikgeschichte geschrieben haben aufgenommen. Wir reden hier immerhin von Dinosauriern wie FLEETWOOD MAC (Rumors), NEIL YOUNG, SANTANA und GRATEFUL DEAD, aber auch der etwas jüngeren und härterer Rockhistory wie METALLICA, NIRVANA (Nevermind) und BAD RELIGION.

Ende 2011 musste das Studio in der Nähe von Los Angeles leider aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Und Appropos NIRVANA, deren Ex-Drummer und nun FOO FIGHTER Kopf David Grohl ist nicht nur Erstlings-Regisseur von SOUND CITY, sondern er hat das legendäre analoge Soundboard “Neve 8078“ erstanden und dies wird in der Doku schön mit vielen bekannten Gästen gewürdigt. Erfahrung konnte Dave Grohl ja schon mit einer Reihe von anderen bekannten Filmprojekten als Darsteller sammeln.

Deswegen kommt er auch oft zur Wort, aber es gibt natürlich auch eine illustre Reihe von Interviewpartnern wie Mick Fleetwood, Trent Reznor und Tom Petty. Grohl gelingt eine gute Mischung zwischen diesen Gesprächen, Studiomaterial und historischen Aufnahmen von Sound City. Er hat sich auch professionell bei der Erstellung unterstützen lassen und somit ist an der Kameraführung, Schnitt und dem dramaturgischen Aufbau nichts auszusetzen. Im Zeitalter digitaler Vereinfachung und Überfrachtung ist es – neben der Grohl’schen Eigenwerbung für sein entsprechendes “Studio 606“ – positiv hervorzuheben, dass jemand den einzigartigen Sound des analogen Boards in die Gegenwart retten will.

Der warme und recht drum-orientierte Klang des Studios in den 70ern (wieder sei Rumors als Beispiel genannt) wurde dann in den 80ern durch härtere Töne ergänzt, und spätestens seit “Nevermind“ von NIRVANA gab es dann eine etwas andere Soundphilosophie und das Album markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte von Sound City. Das Bonusmaterial ist auch empfehlenswert und zeigt wie es zu dem passend zum Film guten Soundtrack Album „“Sound CITY – Reel to Reel“ gekommen ist. Wie üblich, gibt es die Doku in englischem Ton mit deutschen Untertiteln, was der Authentizität der 152 Minuten Rockgeschichte sehr zu Gute kommt.

8/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme