Der berühmt-berüchtigte „Mondo Cane“ gilt als Grundstein des zweifelhaften Subgenres, nach seinem Urvater Mondo genannt. Der kurz darauf veröffentlichte zweite Teil ist größtenteils ein Zusammenschnitt von Szenen die im ersten Teil nicht verwendet wurden. Fast 25 Jahre später folgten unter dem gleichen Namen Pseudo-Fortsetzungen, sichtlich inspiriert vom Erfolg der „Gesichter des Todes“-Reihe.
In den ersten 25 Minuten erinnert „Mondo Cane 4“ sogar ein wenig an die Originale, besonders weil man sich hier auf Aufnahmen von Naturvölkern aus Papua-Neuguinea konzentriert. Das Ganze als interessant zu bezeichnen wäre zu viel gesagt was noch folgen soll wird aber weitaus langweiliger und tatsächlich noch banaler. Direkt rassistisch wird es zwar nie, die geringschätzige Darstellung der Eingeborenen spricht aber für sich. Dasselbe gilt für die stümperhafte und widerlich voyeuristische Kameraführung, ganz dem Genre entprechend.
Die meiste Aufmerksamkeit schenkt man in diesem Teil dem Drogenkonsum und dem Handel. Natürlich werden auch hier leidende Menschen zur Schau gestellt und das Ganze ist unterlegt mit den dümmsten nur vorstellbaren Kommentaren. Ein gewisser unfreiwilliger Humor ist zwar nicht zu verleugnen, kann aber angesichts der realen Aufnahmen nicht positiv wirken. Am schlimmsten ist aber die Kindergarten-Moral welche dem Zuschauer im Prinzip nichts anderes erzählt als das es besser ist die Finger von Drogen zu lassen. Natürlich kein schlechter Gedanke, doch so pseudo-moralisch und uninformativ wie das hier dargestellte Material darf eine Dokumentation niemals sein. Und eben diesen Dokumentations-Deckmantel versucht der film die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten, was schlicht und einfach in keiner Sekunde gelingt.
Unterhaltungswert ist gar keiner vorhanden, im Gegenteil: Unerträglich langweilig und lustlos schleppt sich der Film über seine (zum Glück) knapp bemessene Laufzeit. Technisch ist selbstverständlich auch nichts zu erwarten Zum Ende hin greift man noch zu hinlänglich bekannten historischen Aufnahmen, die in diesem Kontext einen ekelhaft plakativen Eindruck machen. So sieht man Hinrichtungen aus dem alten China und einige Aufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg oder aus dem Vietnamkrieg. Nebenbei wird die Hinrichtung von Kriegsverbrechern glorifiziert und nicht ein bisschen hinterfragt.
Fazit: Völlig überflüssiger Mondo und pure Zeitverschwendung. Nicht mal Genre-Fans zu empfehlen. 01 / 10